MF/MB/ – Colossus

Es erwartet uns ein monolithisches und monströs in Szene gesetztes Eröffnungsstück, selbstgeschraubte Rhythmen donnern in sechs Minuten Spielzeit gnadenlos durch überdimensionale Soundwände, bestehend aus zwei Schlagzeugen, Synthesizer und Gitarren. Während also ‚ Unto Death ‚ mit seiner schieren Energie für den intensivsten Moment auf der zweiten Platte sorgt, ist das folgende Stück ‚ Art & Soul ‚ freundlicher zu den Instrumenten, es nimmt sich mehr Zeit und gibt dem Hörer frische Luft zum Atmen. Druckvolle Gesänge und monotone Synthies sorgen dabei für haltlose Hypnosezustände und überhaupt lieben es MF/MB/ den Hörer in den maliziösen Post-Punk zu stürtzen, nervenzerfetzende Melodien bis in die Unendlichkeit zu wiederholen und einen dabei auch noch mit großem Geheul nett von der Seite anzugrinsen. ‚ Colossus ‚ ist eine verdammt umtriebige Platte, die Ihren Sound außergewöhnlich rasant auf die Straße brachte. MF/MB/ sind geschaffen für die Bühnen dieser Welt und letztlich bleibt es immer wieder erstaunlich, welch hochkarätigen Bands doch in regelmäßigen Abständen dem Städtchen Malmö entspringen. Aber trotz der Unterstützung von Mathias Oldén (Logh, The Hives) und Magnus Lindberg (Refused) im vergangenen Jahr, als die Platte aufgenommen wurde, ist natürlich nicht alles lobenswert. ‚ The Worst Dreams ‚ und ‚ Casualties ‚ sind enttäuschend, doch dafür präsentiert uns die Gruppe darauf im Stück ‚ I Am An Entity ‚ passgenauen Düster-Rock, der durch diabolische Psychedelia-Gesänge äußerst nachhaltig im Gedächtnis zurückbleiben wird. ‚ Cocktail Kid ‚ ist kurz darauf der krasse Kontrast – ohne den Blick für das Ganze zu verlieren, wabbern hier die dunklen Synthies gemächlich durch schäumende Soundkulissen. Schlussendlich bleibt die Musik von MF/MB/ eine faszinierende Reise durch den Post-Punk, durch tanzbare Indie-Rock Songs, wie beispielsweise in ‚ The Chant ‚ und lassen manchmal Ihr manisch-depressives Meisterwerk in freischwebende Synth-Wölkchen entgleiten.