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Porträt von Melanie C vor dunklem Hintergrund, sie blickt direkt und mit neutralem Ausdruck in die Kamera, während braune Haarsträhnen dynamisch über ihr Gesicht und ihre helle Kleidung fallen.
ALBUM

This Time MELANIE C

2007
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen akustischer Intimität und konfektioniertem Breitwand-Pop pendelt MELANIE C auf ihrem neuen Album durch eine melancholische Szenerie. Die Produktion setzt auf erwachsene Melancholie und gefällige Rock-Gesten, während die Künstlerin nach ihrer endgültigen stilistischen Verortung sucht.

Das auffälligste Merkmal dieses vierten Studioalbums ist die konsequente Entscheidung zur stimmlichen Zurückhaltung. Melanie C operiert weitgehend in einem weichen, fast gehauchten Register, das eine Nähe suggeriert, die ihre früheren, oft hymnisch-kraftvollen Produktionen mieden. Diese neue vokale Sanftmut wird zur strategischen Geste einer Künstlerin, die sich vom grellen Pop-Zirkus der Neunziger emanzipiert hat und nun die Territorien des erwachsenen Pop-Rock besetzt. Die Musik erscheint hier als logische Fortführung einer Entwicklung, die weg von der künstlichen Euphorie hin zu einer kontrollierten, fast schon vorsichtigen Innerlichkeit führt.

Diese Inszenierung von Intimität findet ihre Entsprechung im visuellen Auftritt der Künstlerin: Das Cover bricht mit der musikalischen Sanftheit durch eine fast schon theatralische Statik. Während die Songs versuchen, kleine, private Räume zu öffnen, verharrt das Bild in einer kühlen Pose, die zwischen ungeschönter Authentizität und kalkulierter Melancholie schwankt. Dieser Riss verdeutlicht das Dilemma des Albums: Die Sehnsucht nach emotionaler Entblößung trifft auf den Wunsch, als ernsthafte, gefestigte Musikerin in einem professionellen, glatten Rahmen wahrgenommen zu werden.

Die klangliche Architektur folgt dabei einem klaren, wenn auch vorhersehbaren Muster. Akustische Gitarren und sparsame Pianos bilden das Fundament, auf dem sich die Stücke oft zu einem dichten Wall aus Streichern und Drums aufbauen. In “Understand” wird dieser Mechanismus besonders deutlich, wenn die Lyrics ein Zögern vor dem Unbekannten thematisieren: “Somethings i will never understand”. Die Produktion nutzt diese Unsicherheit nicht für Experimente, sondern bettet sie in ein handwerklich makelloses, aber risikoarmes Gewand ein. Das Album agiert als formales System, das sich durch eine Verengung des Tempos und eine bewusste Hook-Reduktion definiert, um eine Ernsthaftigkeit zu behaupten, die in Stücken wie “Carolyna” fast in das Territorium des generischen Radio-Pops abgleitet.

Die Zusammenarbeit mit Songschreibern wie Adam Argyle verstärkt diesen Eindruck einer kompetenten, aber wenig reibungsvollen Ästhetik. Besonders das Duett “Don’t Let Me Go” zeigt die Stärken und Grenzen dieses Ansatzes auf. Die Stimmen umspielen einander in einer sauberen Harmonie, die zwar handwerklich überzeugt, aber die letzte emotionale Radikalität vermissen lässt. Es bleibt eine wohlgeformte Melancholie, die sich oft an der Grenze zur Vorhersehbarkeit bewegt, etwa wenn in “The Moment You Believe” die klassischen Balladen-Strukturen so präzise bedient werden, dass kaum noch Raum für eine eigene Handschrift bleibt.

Am Ende steht ein Werk, das die ästhetische Konsequenz einer Künstlerin aufzeigt, die ihre Nische im gediegenen Mittelfeld gefunden hat. Die Entscheidung für den sanften, erwachsenen Tonfall wird bis zum Schluss durchgehalten, was dem Album zwar eine formale Geschlossenheit verleiht, aber auch eine gewisse strukturelle Ermüdung offenbart. Die einstige Energie ist einer professionellen Melancholie gewichen, die eher den Bestand verwaltet als neue Räume zu erschließen.

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Anspieltipps: Understand, Don’t Let Me Go, The Moment You Believe

Passende Konzepte

Basierend auf Stimmung, emotionalem Profil und Klangcharakter von „This Time“.

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