Retirement Party – Runaway Dog

Die Fortsetzung des Debüts des Chicagoer Trios von 2018 verbringt die meiste Zeit damit, über Dinge nachzudenken, die verschwunden sind – Familie, Freunde, Leidenschaften – entsprechend ist dies alles andere als eine feierliche Angelegenheit. Angetrieben vom donnernden Rhythmus des Bassisten Eddy Rodriguez dreht sich „Runaway Dog“ jedoch mit spürbarer Energie um und beginnt mit der Titelanalogie der Sängerin und Gitarristin Avery Springer über den Versuch, ihre Kreativität zurückzugewinnen. „Compensation“ erweitert das mit einer großen, eingängigen Melodie über die Fallen und Fallstricke im Musikgeschäft, während versucht wird, sich selbst treu zu bleiben. In diesen beiden Songs steht die Band an der Spitze ihres Könnens. Sie sind nicht unbedingt repräsentativ für „Runaway Dog“ als Ganzes, aber sie sind ein großartiges Beispiel dafür, was Retirement Party am besten können.

Dies ist ein riesiges Album, in Sound, Ehrgeiz und Anstrengung. „Runaway Dog“ verfolgt einen atmosphärischeren und hymnischeren Sound als das Debüt und stürzt sich nicht auf einen Ansturm sofortiger Hooks. Dies könnte ein Ergebnis des kollaborativeren Prozesses der Platte sein, bei dem Schlagzeuger James Ringness und Bassist / Gitarrist Eddy Rodriguez von Anfang an Input liefern, anstatt einfach nur Springer’s vollständig konzipierten Songs beizuwohnen. Gleichzeitig wirkt dadurch alles ein wenig geduldiger und gelegentlich führt es dazu, dass man auch sich selbst in Geduld üben muss. Bei „Fire Blanket“, das mit verzerrten Power-Akkorden beginnt, die von Schlagzeugstößen unterbrochen werden, dauert es fast 30 Sekunden, bis Springer mit dem Singen beginnt. Für eine Band, deren größte Singles sich zuvor durch Ihre Stimmen in den ersten ein oder zwei Takten ausgezeichnet haben, ist dies ein deutliches Zeichen der Zurückhaltung.

„Runaway Dog“ ist laut, lustig und nachdenklich. Es mag nicht die Stärke des Songwritings haben, Menschenmengen dazu zu bringen, jede Zeile aus der hintersten Reihe mitzusingen, aber die Band sollte dieses Publikum dennoch zufrieden stellen können. Retirement Party haben ihr volles Potenzial sicherlich noch nicht ausgeschöpft, doch gefällt besonders die hochwertige Handwerkskunst und die spürbaren Ambitionen der Band, mehr zu wollen.