Matthew E. White – Fresh Blood

Finden sich bei den meisten Platten meist unterschiedliche Betrachungswinkel und Auslegungen über die Qualitäten der darauf befindlichen Songs, so ist es dieses Mal eine doch relativ einstimmige Angelegenheit. Das neue Album ‚ Fresh Blood ‚ von Matthew E. White gefällt eigentlich allen. Das Debüt ‚ Big Inner ‚ aus dem Jahr 2012 erschien wie aus dem Nichts zu kommen. Es kam mit üppiger Geräuschkulisse auf uns zu, sicher, die Instrumente wurden sparsam eingesetzt und doch waren diese dermaßen von sich überzeugt, dass Ihre Gesamtheit wie eine seelenvolle Platte aus den 70ern klang. Auf ‚ Fresh Blood ‚ bleiben diese Strukturen größtenteils erhalten. Hinzu gesellen sich belebende und revitalisierende Klänge, ein Grummeln unter der Oberfläche und gelegentlich nüchterner Rock’n’Roll mit einer Spur Optimismus. “You said you found the soul of rock and roll, but rock and roll, it don’t have no soul,” heißt es da so treffend und überhaupt handeln die Texte gegenüber dem Debüt mehr in unserer Zeit, wirken moderner und zeitgerechter. Das üppige ‚ Tranquility ‚ ist eine Ode an Philip Seymour Hoffman, und überzeugt als Hommage ohne jemals mürrisch zu klingen. “I read 65 bags of heroin,” singt White in seiner leisen und reduzierten Art. “We feel no bitterness.” Traumhaft gelungen und das emotionale Herstück des Albums. ‚ Fresh Blood ‚ knüpft mit seiner Mischung aus Soul, Gospel, Americana und Blues nahtlos an den faszinierenden Erstling an und auch wenn es oftmals eine schwierige Reise ist, der Trip in die schwindelerregenden Höhen zu ‚ Fresh Blood ‚ wird sich immer lohnen.