Parov Stelar – The Princess

Eine kultivierte, elegante Form und eine perfekte äußere Erscheinung. Eleganz umschmeichelt einmal mehr die aktuelle Veröffentlichung von Parov Stelar. ‚ The Princess ‚ wurde dabei in zwei Hälften geteilt. Die meisten Stücke der ersten CD spiegeln eine spezielle, emotional fordernde und bedachte Grundstimmung wieder. Dabei spielt das Piano eine tragende Rolle, während CD 2 hingegen eine Kollektion an Songs bietet, die bislang unveröffentlicht oder auf Vinyl erschienen sind. Die Kritik dazu findet Ihr an dieser Stelle im Blog. Traumhaft ist die Eröffnung. Geigen und ein Klavier erzeugen cineastische Qualitäten und große Bilder. Anschließend katapultiert uns Marcus Füreder mit der zweiten Nummer ‚ All Night ‚ in seinen unverkennbaren Stil. Der unantastbare Electro-Swing ist altbewährt und doch so unaufhörlich frisch. Die Begeisterung steigt wie ein elektrischer Puls vom Herzen in die Beine – Parov Stelar verführt mit hypnotischen Trompeten und zieht den Hörer auch im nächsten Stück ‚ Nodody’s Fool ‚ nicht von seiner geliebten Tanzfläche. Dieser entstand mit Cleo Panther, die ihres Zeichens Sängerin der Parov Stelar Band ist. Soul, Pop, Jazz und Swing kombiniert der Österreicher mit modernen Beats und seinem unvergleichlichen Sound. Das gleichnamige Titelstück begibt sich dann aber in die bereits angesprochene emotionale und bedachte Grundstimmung, wenngleich der Song mit unheimlicher Intensität und einem sehr kraftvollen Piano ausgestattet wurde. ‚ Silent Shuffle ‚ entlockt sicherlich jedem das erste Mal ein Lächeln zwischen den Mundwinkeln. Saxophon, Xylophon und Trompete bestimmen das Flair der 1920er Jahre. Druckvolle Beats und gleitende Geigen-Arrangements bieten ambientes Klangvergnügen in der Gegenwart. Parov Stelar bietet hier Genre-Verschmelzungen pa exelance. Dazu sehnsüchtig-zerrissene Gesänge und elektronische Zauberei. Unterbrochen werden diese glückseligen Momente allerdings sehr rasch mit dem unheilvollen ‚ You Got Me There ‚. Pochende Impulse generieren funkelnden Sound. Danach folgen mit ‚ Dust In The Summer Rain ‚ und ‚ With You ‚ zwei Pop-Nummern mit Lilja Bloom. Eine langjährige Weggefährtin von Parov Stelar, deren zauberhafte Vocals schon unzählige Nummern veredelten. Hierbei stürmt besonders ‚ With You ‚ mit einer mächtigen Dynamik durch die Refrains, erinnert zu Beginn ein wenig an ‚ Shine ‚ aus dem Jahr 2007, doch spätestens nach 1:10 Spielzeit wird sich dieses Erinnerungsempfinden schlagartig ändern. Parov Stelar und Lilja Bloom stehen nunmal schlicht und ergreifend für unvergleichlichen Trademarksound. Was gegen Ende der ersten Hälfte folgt, sind Downbeat- und NuJazz-Atmosphären, die sich im visionären Lounge-Sound bei ‚ Song For The Crickets ‚ am Wohlsten fühlen. Direkte Ausflüchte wie noch auf dem letzten Werk, man erinnere sich an ‚ Sunny bunny blues ‚ und ‚ Let’s Roll ‚, sind zwar nicht mehr vorhanden, dafür überzeugt eine funktionierende Geschlossenheit, die mit sanfter Geschmeidigkeit einfach nur großen Spaß bereitet.