Matias Aguayo – The Visitor

Un, dos, tres, cuatro, los kann es gehen: hinein in das eröffnende Stück mit dem Titel ‚ Rrrrr ‚ und deren archaischen Rhythmen zwischen einladenden Basslinien und Stakkato-artigen Gesängen. In den frühen Tagen seiner Musikproduktion als eine Hälfte des legendären Techno-Duos Closer Musik bekannt geworden, folgte Matias Aguayo mit zwei herausragenden Alben für Kompakt Records. Der neueste Zugang nennt sich ‚ The Visitor ‚ und wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg an verschiedenen Orten überall auf der Welt aufgenommen: in Buenos Aires, Ciudad de México, Vitry-Sur-Seine, Rionegro (Antioquia, Kolumbien), im Sternhagen Gut (Deutschland) und im eigenen Berliner Studio The District Union. ‚ Dear Inspector ‚ taucht unsere Köpfe mit einer südamerikanischen Cumbiain in den psychedelischen Sumpf. Die Geräusche nehmen dumpfe und beängstigende Formen an, während ‚ Una Fiesta Diferente ‚ uns einen schweren gesanglichen Eintopf in zweisprachigen Texten serviert. Für das Album befasste er sich mit seinen Wurzeln in Proto-House, New Wave, Techno und anderen heimischen Stilen der Body Music und diese ursprünglichen Elemente machen den Kern des Albums aus. In ‚ El Sucu Tucu ‚ schüttelt uns Matias Aguayo mit dem Rasierriemen seine hektischen Bits in die Gesichter und entfesselt damit wunderliche Impulse zwischen Flirt und provokanter Pöbelei. Der Mann chilenisch-deutscher Abstammung scheint auf seinem dritten Album zuweilen hin- und hergerissen, fischt zwischen rhythmischen Schnörkeln nach dem unwiderstehlichen Gefühl der intensiven Energie, dem höchsten Punkt herrschsüchtiger Macht und dem ultimativen Trip. „Musik handelt vom Dialog und der Kommunikation auf anderen Ebenen, deshalb ist es lusitger und herausfordernder Leute in den Prozess einzubinden, und voneinander zu lernen.“ Das sind die Worte über die Vielzahl unterschiedlicher künstlerischer Stimmen, die auf ‚ The Visitor ‚ zu unseren Ohren dringen. So etwa Juliana Gattas (Miranda!), Aérea Negrot, Liset Alea und Jorge González (Los Prisioneros). Der Höhepunkt auf dem dritten Album ist ohne Zweifel ‚ Levantate Diegors ‚ mit seiner bösen Synthlinie, den aufregenden Grenzsprengungen und hypnotisierenden Gesängen. Letztlich gelingt es Matias Aguayo einmal mehr in ausgezeichnter Form, die außergewöhnliche musikalische Geschicklichkeit beizubehalten und mit ‚ The Visitor ‚ die einzigartige Persönlichkeit seiner Musik weiter zu festigen.