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Cover des Albums „The Unknown“ von Madeline Juno – Schwarz-Weiß-Porträt der Künstlerin mit ernstem Blick und dunklem Haar, 2014 erschienen.
ALBUM

The Unknown MADELINE JUNO

2014
MSTAX ALBUMPROFIL

Ein Mädchen aus dem Schwarzwald und ihr melancholischer Weltentwurf.

Manchmal beginnt eine große Geschichte ganz leise. In einem kleinen Ort bei Offenburg, mit einem Mädchen, das Kastanien sammelt, heimlich Gedichte schreibt und auf YouTube ihre ersten Songs hochlädt. Ohne Castingshow, ohne Drama. Nur mit Gitarre, einer verletzlichen Stimme – und diesem unscheinbaren Namen: Madeline Juno.

Und plötzlich ist sie da. Mit „The Unknown“, einem Debütalbum, das klingt, als hätte jemand die Tagebuchseiten einer 18-Jährigen vertont, die zwischen Erwachsenwerden, Abschieden und leisen Hoffnungen taumelt. Das Schwarz-Weiß-Cover zeigt Madeline mit klaren, fast durchbohrenden Augen – halb verborgen hinter einer Haarsträhne. Wer da wegsieht, verpasst etwas.

Denn schon der erste Track, „The Unknown“, ist ein melancholisches Intro in eine Welt voller zarter Melodien und Teenager-Zerbrechlichkeit. Die Gitarren sind zurückhaltend, fast scheu – wie Madeline selbst, wenn sie in Interviews über Bukowski oder Tegan & Sara spricht. „Error“, bekannt aus dem „Fack ju Göhte“-Soundtrack, bringt ihre innere Zerrissenheit auf den Punkt, während „Melancholy Heartbeat“ fast körperlich weh tut. 

Dieser Song ist keine Pose – das ist echter Herzschmerz im Refrain. Aber „The Unknown“ ist kein Album für den Dancefloor. Eher für Spaziergänge bei Nieselregen. Oder für dieses Gefühl nach einem Streit, wenn alles still ist und man denkt: Warum eigentlich? Nur „Do It Again“ und „If This Was A Movie“reißen das Ruder kurz herum, bevor die ruhige See sich wieder legt. 

Trotz kleiner Schwächen – das Album ist zu lang, zu gleichförmig produziert – bleibt Madeline Juno ein Hoffnungsschimmer im Einheitsgrau deutscher Popproduktionen. Keine aufgesetzte Coolness, keine kalkulierte Attitüde. Nur sie selbst. Und das reicht – für jetzt.

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