Kwabs – Love + War

Auf »Love+War« mussten wir lange warten, gefühlt unzählige Male wurde der Release des Debüts verschoben, vier Jahre dauerte es, doch finden sich darauf einige Elektrop-Pop getränkte Stücke, die definitiv das Warten rechtfertigten. Kwabs besitzt zweifelsohne ein gewaltiges Stimminstrument – ein üppiges und eindrucksvoll eingesetztes Bariton. Es kann durch erhabene Anmut steigen, oder in der nächsten Minute tief und mit rauchiger Intensität durch die Haut kriechen. Es ist perfekt für emotionale Geschichten von gescheiterten Beziehungen und zugleich eine Gefahr, selbst unter dem eigenen Gewicht einzubrechen. Dagegen wirken sollten dieser Gefahr atmosphärische Synths und gigantischen Hooks. Stärkste Kraft bleibt auch jetzt die Single »Walk« und ist trotz der klischeehaften Lyrics beinahe unendlich hörbar. Insgesamt versucht »Love+War« Anspruch und Radio-tauglich auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es mag bis »Make You Mine« nicht viel im Gedächtnis hängen bleiben, zieht doch erst diese Nummer den Vorhang zurück, enthüllt das beeindruckende Geschick von Kwabs und offenbart uns die überzeugende Perspektive eines noch sehr jungen Künstlers. »Love+War« ist ein gutes, wenngleich unvollkommenes Debüt. Es zeigt uns die atemberaubenden technischen Fähigkeiten und emotionalen Hacken des Kwabena Sarkodee Adjepong – aber auch die noch nicht völlig ausgeschöpften Möglichkeiten.