Kindness – World, You Need A Change Of Mind

Es gibt aktuell unzählige Künstler, die es in die 80er Jahre verschlägt, doch nur sehr wenige schaffen es diese kosmopolitischen Rhythmen von Grace Jones und Tom Tom Club so effizient in die Gegenwart zu transferieren. ‚ Seod ‚ ist das beste Beispiel dafür. Mit einer vorsätzlich technischen Naivität durchziehen die Melodien Ihre ansonsten unverdorbe Pop-Musik. Auch das zweite Stück ‚ Swingin Party ‚ funkelt mit einem glänzenden Schimmer durch die nächtliche Atmosphäre – eine wohlklingende Leichtigkeit breitet sich im Hörer aus. Und bis dahin würden die zwei Zeilen von Adam Bainbridge aka Kindness wunderbar zu seinem Album passen: „Ninety-five per cent of everything you should want to know about a new artist should be in the record,” Es wäre die Erklärung in einer perfekten Welt. Doch leider verbietet uns ‚ World, You Need A Change Of Mind ‚ Denkweisen wie diese. ‚ Anyone Can Fall In Love ‚ ist ein schlecht ausgewähltes Cover von Anita Dobson aus dem Jahr 1986. Hypnagogie und Chill-Wave treiben durch den Kitsch hindurch und dementsprechend gestalten sich die folgenden vier Minuten als sehr glitschige Angelegenheit. ‚ Gee Up ‚ beginnt vielversprechend, doch es strebt nicht nach Weiterentwicklung, es ziert sich sogar regelrecht davor und entlässt damit ein ziemlich unbefriedigendes Gefühl im Hörer zurück. Ich möchte an dieser Stelle auch das Wörtchen Füllstoff in den leeren Raum werfen. Das Brillante zu Beginn ist verschwunden und so zeigen sich die überzeugenden Momente nur noch selten, wie zum Beispiel im Stück ‚ House ‚, mit den schmeichelnden Gesängen, den wabbernden Synthies, den futuristischen Drums und dem Händchen für Sinnlichkeit und Synthetik. Bis zum Ende bleibt ‚ World, You Need A Change Of Mind ‚ eine stillvolle Produktion – mehr allerdings auch nicht. Der MashUp aus glückseligem Dunst, Saxophon-Einlagen und Afro-Funk funktioniert hier nur noch im Stück ‚ Bombastic ‚ in tadeloser Manier, ansonsten bleibt es imaginäre Perfektion, deren gelegentliche Auflockerungen die Schönheit aus ‚ Swingin Party ‚ nicht ersetzen können. “It’s better if you let go“, empfiehlt uns Adam Brainbridge und vielleicht ist es nach dieser fehlgeschlagenen Bestrebung eine kurze Antwort zu finden, die optimale Option für den Hörer. Denn würde hier tatsächlich die Musik alles erzählen, alles was wir über Adam wissen müssten – es wäre nicht von einer besonders schwerliegenden Nachhaltigkeit geprägt.