Katzenjammer – A Kiss Before You Go

‚ Le Pop ‚ nannte sich das erste Album aus dem Jahr 2009 von Katzenjammer. Hinter dem Namen stecken vier norwegische Ladies, die schreiend, rumpelnd und natürlich auch spielend jedes Instrument dieser Welt beherrschen. Doch weil die Frage nach der Namensherkunft auch zwei Jahre später nicht gerade selten gestellt wird, hier nochmals die amüsante Antwort von Anne Marit: „Der Name kommt von den Cartoons Katzenjammer Kids, dem ältesten Cartoon der Welt! Wir schauen es oft hier in Norwegen. Natürlich wissen wir, was Katzenjammer auf Deutsch heisst, und ich glaube in unserer Anfangszeit war der Name ziemlich passend (lacht). Jetzt können wir aber spielen, und der Name hat nichts mit Katzenmusik zu tun.“ Gehört hab ich das erste Mal von Katzenjammer bei Arte Tracks und kann das Debüt nur nochmals wärmstens empfehlen. Es klingt nach russischem Zirkus, Zigeuner-Jahrmärkten und den düster-verrauchten Whiskey-Bars in Oslo. Im Februar arbeitete die Band noch brav im Studio, um am Nachfolgeralbum des folkloristischen Rock-Pop-Multiinstrumentalgesangsmonsters zu arbeiten, dessen Titel damals noch ‚ Das Rock ‚ lautete. Ebenfalls war damals der März als Veröffentlichungs-Monat anvisiert. Die längere Wartezeit mag etwas gebracht haben, aber wirklich genau kann man es nicht sagen. Sicher ist zwar, dass wieder alle Instrumente zum Einsatz kamen, von Kontrabassbalalaika über Trompete bis hin zur Keksdose. Sicher ist aber auch, die Songs wurden zu einer massengängigen Ware umgewandelt. Ob es dennnoch gut klingt? Verschlechtert hat sich nichts, doch das neue Album ist prägnant geschrieben: total verpoppt. Die Mädels achteten penibel auf Eingängigkeit und dementsprechend auf hohe Verkaufszahlen. Es fehlt den Songs die letzte Spritzigkeit, ebenso fehlen die überraschenden Momente innerhalb der Strophen. Sucht man ernsthaft danach, bleibt man irgendwann bei Stücken wie ‚ Lady Marlene ‚ hängen, einer sanften orchestralischen Nummer im mehrstimmigen Gesang, die tatsächlich so manches Gefühl im Hörer bewegen mag. Flogging Molly blicken auf einen kurzen Sprung in ‚ Rock-Paper-Scissors ‚ vorbei und ‚ Coctails And Ruby Slippers ‚ lässt in den anfänglichen Sekunden sehr gut erahnen, worauf und womit Schlagzeugerin Turid Jørgensen sich die Zeit in in den Songs vertreibt. Aber was darf nicht fehlen? Der wohl funktionierende Blick auf den Refrain. Nun gut was soll’s. Es ist das zweite Album und wirklich verkehrt haben Katzenjammer (wie bereits erwähnt) am Ende auch nichts gemacht. Doch ein bisschen mehr Mut hätte dem Album sicherlich gut getan. So bleibt ‚ A Kiss Before You Go ‚ eine Platte mit guten Ansätzen, sicheren Hooks und hohen Verkaufszahlen.