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Kathryn Joseph im Schafskostüm mit Hund im Skelettmantel auf Brücke – surreal und symbolisch für das Album „WE WERE MADE PREY.“
ALBUM

WE WERE MADE PREY. KATHRYN JOSEPH

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

KATHRYN JOSEPH erschafft mit ihrem vierten Album WE WERE MADE PREY eine beklemmend intime Klangwelt zwischen Elektronik, Wut und Verletzlichkeit, die tief unter die Haut geht.

Sie trägt ein Schaf auf dem Kopf. Nicht im übertragenen Sinn – sondern wirklich. Auf dem Cover von „WE WERE MADE PREY.“ steht Kathryn Joseph mit starr lächelnder Latexmaske auf einer Brücke, während ihr Hund ein aufgemaltes Skelett trägt. Die Szene wirkt wie ein verstörendes Kinderbuch-Foto, ein morbider Witz über unser Dasein als Beute – und über das, was von uns übrig bleibt, wenn alles gesagt ist.

Und genau dort setzt dieses Album an. Bereits der Opener „WOLF.“ grummelt aus den Boxen wie ein Raubtier, das nicht aus Hunger jagt, sondern aus Wut. Joseph’s Stimme säuselt „I am wolf and you’re full of blood“ – und man versteht sofort: Hier wird kein Platz für romantisierende Märchen gemacht. Ihre Musik, bisher oft als fragile Piano-Poesie gefeiert, mutiert mit Hilfe von Produzent Lomond Campbell zu einem elektrogetriebenen Klangmonster.

„HARBOUR.“ erinnert an die düstere Textur von Portishead, während „DARK.“ brüchig zwischen sanftem Gesang und nervösem Zischen pendelt. Wer hier tanzen will, muss bereit sein, sich dabei selbst zu sezieren. Das Zentrum des Albums? „BEFORE.“ – eine dreiminütige Katharsis, in der Joseph zwischen Flüstern und innerem Aufschrei fragt: „Before your god, did you love someone so hard that it hurt… before your god did you fuck someone till death us do part?“

Der Song explodiert nicht – er schält sich aus der Stille, brennt sich ein, hinterlässt Ruß. Doch „WE WERE MADE PREY.“ kennt auch Licht. „HOLD.“ ist ein zartes Versprechen, dass Wärme noch möglich ist. Und am Ende steht „FIRE.“ – ein Abschied an die Welt („I am a wolf now so I have to go“), ein leiser Rückzug in die Einsamkeit, in die Selbstbehauptung.

Kathryn Joseph hat sich mit diesem Album neu erfunden – ohne sich zu verraten. „WE WERE MADE PREY.“ ist kein einfacher Hörgang, sondern ein Ritual. Für alle, die wissen, dass man die Dunkelheit manchmal zulassen muss, um am Ende nicht an ihr zu zerbrechen.

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Kathryn Joseph im Schafskostüm mit Hund im Skelettmantel auf Brücke – surreal und symbolisch für das Album „WE WERE MADE PREY.“

Kathryn Joseph – WE WERE MADE PREY.

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Anspieltipps: BEFORE., WOLF., FIRE.

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