Kate Nash – My Best Friend Is You

Man möchte es manchmal noch immer nicht glauben, aber Kate Nash ist kein Produkt aus einer monotonen Legebatterie diverser Castingshows, sondern eine ernsthafte Künstlerin, die Ihre Karriere selbstständig im Jahr 2005 in Bewegung brachte. Mit Hilfe einiger selbstgeschriebener Songs und MySpace, fand Sie schließlich einen Manager und Produzent für Ihre Musik. Es klingt außergewöhnlich und trotzdem wie der ganz normale Gang zum nächsten Bäcker. 2007 ist das Debütalbum ‚ Made Of Bricks ‚ erschienen und somit blieb zwischen damals und heute eine Menge Zeit für neues Material, dass die junge Britin jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Es hört auf den Namen ‚ By Best Friend Is You ‚ und beinhaltet unter anderem auch die erste Single ‚ Do-Wah-Doo ‚, die von Bernhard Butler produziert wurde. Fröhlich und erheiternd hüpfen die Melodien durch farbenfrohe Klanglandschaften, werden hin und wieder von angestachelten Gitarrenriffs in alle Winde verweht und kreieren bei dem langsamen Fall nach unten wieder neue Muster. Es macht Spaß und könnte den ganzen Tag von uns angesehen werden, doch es warten ja noch andere Stücke, wie der Opener ‚ Paris ‚ mit wiegenden Geigen zu sanften Pianoklängen. Mit der sanften Stimme erinnert Kate Nash natürlich auch auf der zweiten Platte unweigerlich an Lily Allen und formt dennoch Ihren eigenen und selbstständigen Stil weiter. So wagt ‚ Kiss That Grrrl ‚ kurzerhand den kalten Sprung in die 60er Jahre und erinnert zumindest oberflächlich an die Pipettes, wenngleich die patriarchalische Einstellung der Mädchen Bands aus dieser Zeit auf ‚ Kiss That Grrrl ‚ nicht mit einbezogen wurde. Dafür begeistert Kate Nash mit verträumten und psychedelischen Gesang zwischen augenzwinkernden Gitarren und dem leichten Hauch elektronischer Spielereien. Äußerst gelungen ist auch ‚ Don’t You Want To Share The Guilt? ‚ mit akustischem Einstieg und stampfenden wie rasendem Ausgang, umgeben von rotierenden Bassläufen und einer Kate Nash in Höchstform. ‚ I Just Love You More ‚ finden wir verkleidet als ausgeflippte Rocknummer vor, während ‚ Take Me To A Higher Plane ‚ über die irischen Hochebenen fegt und ‚ Mansion Song ‚ einen ausfüllenden Wortschwall an Kraftausdrücken gegen männliche Musiker und deren ausnutzenden Haltung gegenüber weiblichen Fans zum Besten gibt. Mit ‚ Early Christmas Present ‚ werden die Wogen wieder geglättet und finden Ihren würdigen Abschluss in ‚ I Hate Seagulls ‚, das eine Liste kleiner Ärgernisse, „I hate burning my fingers on the toaster“, zum Besten gibt. Es erinnert zudem wieder an die naive Kate von einst und belebt ‚ My Best Friend Is You ‚ um eine weitere angenehme Überraschung in der illustren Welt der jungen Britin aus London.