Jacob Faurholt – Dark Hours

Bilder wie das Artwork zum neuen Album ‚ Dark Hours ‚ sind Massagen für das Gehirn. Zudem liegt Jacob Faurholt absolut im Trend. Viele Ausstellungen beschäftigen sich mit dieser Form der Kunst. Verschwommene Bilder stehen für eine neue Unübersichtlichkeit und ziehen damit zugleich aufmerksame Blicke an. Meist sind es Blicke von Menschen, deren Überdruss zur Digitalfotografie sie dort hingetrieben hat. Das Unscharfe wird anziehend, die Malerei interessant und Faurholt kombiniert diese Elemente nun mit seiner neuen Musik. Im Januar 2010 verließ er seine dänische Heimat und zog nach Berlin. ‚ Dark Hours ‚ wurde während des kalten Winters im Jahr 2010 geschrieben – erst danach fragte er diverse Musiker und Freunde, ob sie Lust hätten, Ihn bei den Aufnahmen als Gast zu unterstützen. Die Liste an Namen ist eine lange und deshalb nur ein paar wenige am Rande: Marc Kellaway, Nona Marie Invie von der amerikanischen Band Dark Dark Dark, oder Sóley von der isländischen Band Seabear. Die Musik auf ‚ Dark Hours ‚ ist ein wenig ähnlich der von ‚ Are you in the mood for love? ‚ aus dem Jahr 2010. Von Zerbrechlichkeit umgeben, gibt auch hier die düstere, melancholische Grundstimmung weiterhin den traurigen Ton an. Hinzu gesellt sich meist seine gezupfte Akustikgitarre und Faurholts mutlose Stimme, deren Hoffnung auf Veränderung schon vor langer Zeit zwischen den trockenen Melodien die letzte Ruhestätte aufsuchen musste. Manchmal sind die Songs auf ‚ Dark Hours ‚ zutiefst verstörend, wenn zum Beispiel in ‚ Medicine ‚ die Rhythmen in sich zusammenbrechen und Faurholt in einem Schwall aus hallenden Stimmen und schmerzenden Störgeräuschen in die Tiefe gezogen wird. Doch geschlagen gibt sich der Wahl-Berliner so einfach nicht und auch deshalb zeigt er einmal mehr, was seine Musik so unheimlich schön und bedeutsam macht. Wie immer geschieht es unauffällig, doch einmal in dieser intensiven Atmosphäre gefangen, gibt es schlussendlich für einen selbst kein zurück mehr.