Ingrid Michaelson – Lights Out

Ingrid Michaelson, so scheint es, wächst mit jedem Ihrer Alben. Ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel ‚ Lights Out ‚ ist eine polierte und gut produzierte Platte, deren thematische Vielfalt noch einmal deutlich im Bereich Frauen und Männer an Tiefe erreicht. Los ging es damit im Jahr 2009, als Ingrid Michaelson Ihr Album ‚ Boys & Girls ‚ veröffentlichte und so folgte auch in ‚ Lights Out ‚ der erste Verweis darauf bereits mit der Single ‚ Girls Chase Boys ‚ in intimer Atmosphäre. Angetrieben durch Ukulele und akustische Gitarre, bietet der Song um diese beiden zentralen Instrumente eine erweiterte Klangpalette und einen deutlich kräftigeren Gesang. Besonders letzteres ist besonders hervorzuheben, da Michaelson im letzten Jahr für einige Monate Ihre Stimme verlor und nun auf diesem Weg eine ganz neue Wertschätzung für dieses Geschenk erlernte. Ihre Stimme ist tiefer und gefühlvoller geworden . Sie experimentiert auf ‚ Lights Out ‚ mit vielen Farben, verwendet Synth-Pop ebenso wie stampfende Klavier-Balladen im Funk-Gewand und nahm sich für die Texte 10 Co-Autoren zur Hand. Es bleibt unnötig zu erwähnen, dass Ihr sechstes Studioalbum wieder ein ziemlich gutes geworden ist. Das schwerelose Eröffnungsstück ‚ Home ‚ ist dabei jedoch ein Ablenkungsmanöver. Es ist ein in weiß getünchtes Stück Indie-Pop, welches den lauten und bombastischen Ansatz hinter einem Vorhang verbirgt. In Wirklichkeit ist ‚ Lights Out ‚ ein Ideen sammelndes Album voller ergreifender Musik und eindringlicher Texte. ‚ Afterlife ‚ ist beispielsweise eine triumphalen Ode an den Morgen danach, wenn gedankliche Depressionen mit ebenso triumphierenden Schreien abgeschüttelt werden: „We’re gonna live tonight like there’s no tomorrow” und “You and me we got this, you and me we’re beautiful.” ‚ Everyone is Gonna Love Me Now ‚ bindet nochmals alle Themen des Albums zusammen und ist ein passendes Ende, welches die Position von Ingrid Michaelson als sympathischste Pop Singer / Songwriterin nur noch verstärken wird.

8.5