Hallelujah the Hills – I’m You

Das in Boston ansässige Sextett gibt es schon seit fast 15 Jahren und produziert brillante Musik. Hallelujah the Hills sind wohl auch einer der größten Bands, von denen bisher nur sehr wenige gehört haben. Das siebte Album ist dabei nicht nur ein konsequentes Jahrzehnt, in dem die Gruppe immer raffinierter werdende Studioalben veröffentlicht, oder das erste Buch von Frontmann Ryan H Walsh über Bostons Underground-Szene erschien, es fasst auch alles, worauf sie hingearbeitet haben, zu einem herrlichen, einstündigen Ausbruch zusammen. Und vielleicht ist es die Zeit des Jahres. Vielleicht ist es die Zeit des Jahrzehnts. Vielleicht ist es die völlige Dummheit von fast allem, was gerade so in der Welt passiert. 

Was auch immer der Grund sein mag, es wird wohl keine beruhigenderen Antworten in diesem Jahr geben, als die von Hallelujah the Hills. Es ist eine Abhandlung über das Genre, eine Erkundung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des amerikanischen Rock und letztendlich ein verdammt gutes Argument dafür, warum Musik und Freundlichkeit in unserer Welt noch von Bedeutung sind. “Music genres can help you understand what you’re about to hear, but they also carry a lot of baggage with them,” erklärt der Gitarrist und Sänger Ryan Walsh. 

„I’m You“ ist ihr siebtes Album und beginnt mit einem raspelnden „Hello“ von Walsch in der Eröffnungszeile des Albums. „I am the person singing this song.“ Der Song eforscht sich selbst und seinen imaginären Zuhörer auf Schritt und Tritt und bietet immer tiefere Perlen der Weisheit, während die Lautstärke langsam und beständig zunimmt. Auf dem Titeltrack spitzt sich alles zu. Über drei von Hall durchdrungene Akkorde legt die Band einen weiten, mitreißenden Soundtrack zu Walsh’s ruhigem Leitbild ab. Jeder hat einen anerkennenswerten Platz auf der Welt, niemand ist immun gegen Tragödien und alle Arten der Musik haben die Macht, uns zu helfen, wenn wir es zulassen.

Dies ist ein Album mit Wohlfühlmusik zum Mitsingen, auch wenn die Lieder selbst nicht das Glück verfolgen. Insgesamt erleben wir wir die klassische Hills: geschrieene Refrains, kakophone Musik. Dies könnte auch das geradlinigste Rock-Album der Band sein – und zugleich das Beste.