The Beths – Jump Rope Gazers

Auf dem Titeltrack „Jump Rope Gazers“ verschwenden The Beths keine Zeit damit, in eine Jam-Session einzutauchen, zu der Elizabeth Stokes’ kristallklarer Gesang wundervoll harmoniert: “I’ve never been the dramatic type/But if I don’t see your face tonight/I… well I guess I’ll be fine”. Im Chor nimmt das Tempo zu und Stokes singt: “I think I love you/And I think that I loved you the whole time/How could this happen/We were jump rope gazers in the middle of the night”. Während sie singt, klingt das Summen von den anderen Mitgliedern wie aus der Pet Sounds-Ära der Beach Boys. Die Beths verwenden langsame und schnelle Tempi, um den Refrain und die Brücke zu bauen, die ein schnelles und schneidendes Gitarrensolo enthält.

„Jump Rope Gazers“ ist einer der herausragenden Tracks aus der zweiten Platte der neuseeländischen Indie-Pop-Band. Nach dem Erfolg ihrer Debüts gingen sie auf ihre erste Welttournee. Elizabeth Stokes (Gesang und Gitarre) schrieb das zweite Album während sie auf Tour waren. Das Thema Distanz ist darauf ein wesentlicher Bestandteil. Angesichts des neu entdeckten Erfolgs der Gruppe wurde dieses Thema erweitert. Ihre Texte zugänglich, schüchtern, und einfach gehalten, arbeiten immer im Einklang mit ihrer Stimme. Natürlich wurde das Album geschrieben, bevor die aktuelle Pandemie Einzug hielt, und dennoch gibt es diese Texte und Themen darauf, die mit unserer aktuellen globalen Situation in Einklang stehen.

„Jump Rope Gazers“ ist vollgepackt mit sprudelnden Indie-Pop-Melodien, und ähnlich wie Tracyanne Campbell von Camera Obscura oder Molly Rankin von Alvvays hat Stokes ein angeborenes Talent für die Herstellung von wunderschönen, bittersüßen und sprudelnden Indie-Gitarren-Pop. Während sich ihr Debüt auf die Ängste und Selbstzweifel konzentrierte, die alles andere überschatteten, sucht „Jump Rope Gazers“ nach Trost in der Gemeinschaft. “If your world collapses / I’ll be down in the rubble / I’d build you another”, singt Elizabeth Stokes in „Out of Sight“, einem der zartesten Momente des Albums. 

„You Are A Beam Of Light“ beginnt als bescheidener akustischer Track, bei dem Stokes zärtlich zu einem entfernten geliebten Menschen singt, während eine Gitarre ihren Gesang unterstützt. Synthesizer, Klavierakkorde, subtile Percussions und eine schwache E-Gitarre werden hinzugefügt, um dieses Lied bis zur letzten Strophe ansprechend zu gestalten und lässt dabei den Refrain wiederholen: “Maybe that’s why your battery runs dry”. Mit einem hellen Lichtstrahl brennt der Song wie das helle künstliche Leuchten einer Textnachricht mit der Aufschrift „Gute Nacht“ aus. Das Album schließt dann letztlich mit “Just Shy of Sure” und zeigt erneut, was für eine talentierte Schreiberin doch Stokes ist.