Eight Legs – Searching For The Simple Life

Viele haben das Zählen der So und So vielten Brit-Pop Platte schon lange aufgeben. Der Markt ist geflutet und ein Rückgang der Massen scheint in weiter Ferne zu liegen. Dennoch drängen immer wieder neue junge englische Bands nach um ebenfalls Ihr Glück zu versuchen. Sich in der einseitig entwickelten Landschaft zu etablieren ist schwer und alleine mit Glück nicht mehr zu bewältigen, ebenso darf man es nicht erzwingen oder gar mit roher Gewalt versuchen. Denn beides wirkt sich meistens auf einen verkrampften Sound aus und lässt die Chancen für den ganz großen Durchbruch schon im Keim ersticken. Gut so das die Eight Legs in dieser Hinsicht alles richtig gemacht haben und das kleine Örtchen nun eventuell mit einem weiteren Aushängeschild triumphieren kann. Das erste gehört niemand geringerem als William Shakespeare, der dort geboren wurde und seine frühe Kindheit in dem kleinen Städtchen verbrachte. Vergleiche müssen hier aber nicht angestellt werden, denn paar hundert Jahre später konzentrieren sich die Eight Legs auf andere Dinge und lassen diesen großartigen Mann dort wo er hingehört, in die Geschichtsbücher dieser Welt. Mit Vergleichen sollte man den vier jungen Engländern sowieso nicht kommen und schon gar nicht mit Bloc Party oder Razorlight. Die Eight Legs mit den Velvet Underground zu vergleichen lässt sie dagegen schmeicheln, wie Sänger Sam Jolly einmal erklärt hat. Ob die Praxis diese Referenzen derartiger Bands noch zulässt haben Sie zumindest mit Ihrer ersten Single ‚ Blood.Sweat.Tears ‚ vorab mittelmäßig bis gut unterstreichen können. Ebenso wurde bereits vor Albumveröffentlichung Europa und die halbe Welt durchreist. Heraus kam die Platte auf dem stilsicheren Britlabel Weekender Records die auch für The Bishops oder Chikinki verantwortlich sind. Das Debüt ‚ Searching For The Simple Life ‚ lief unter der Leitung von Produzent John Fortis (Razorlight, Art Brut), der natürlich auch auf den Lo-Fi Sound zurückgreift. Der Sound der Stunde trifft es wohl am ehesten, aber im Gegensatz zu anderen scheint es hier als hätten die Eight Legs nicht danach suchen müssen, vielmehr kam er geradewegs zu Ihnen und verleiht damit dem Britpop wiedermal eine angenehm frische Note. Wenngleich sie natürlich nicht permanent spürbar ist, dafür ist die Platte zu Massenkompatibel geworden, sprich zu vorhersehbar. Der Opener ‚ Wear That Shirt ‚ steht stellvertretend dafür, entweder man wird die nachfolgenden Songs lieben oder bereits hier schnell wieder abschalten – Eddie Argos von Art Brut lässt an dieser Stelle grüßen. Dabei fahren die Eight Legs mit ‚ Vicious ‚ einen echten Spätzünder auf der es in sich hat und erst gegen Ende die Bombe zum platzen bringt. Leider sind solche Erfrischungen im Laufe der Platte immer seltener anzufinden und lässt es bis Ende zu einer anstrengenden Angelegenheit werden. Zwar suchen die Eight Legs bemüht nach neuen Ansätzen und finden diese auch meist, aber was davon übrig bleibt sind Schema A nach B Songs; die nach zweimal Hören den Saft raushaben da schlicht und ergreifend der Tiefgang auf ‚ Searching For A Simple Life ‚ fehlt. Aber eines kann man Ihnen dann doch noch zu Gute halten, das Cover mit seinen sechs Beinen. Es ergibt zwar irgendwie keinen Sinn aber lässt viel Freiraum für Interpretationen jeglicher Art, dieser man auch gerne während den Songs nachgehen darf.

6.5