Will Butler – Generations

Der beste Trick von GENERATIONS liegt in seiner Vielfalt: über treibende, vitriolische Riffs, eigenwillige, abgespeckte Synthesizer und Randy Newman-artige Piano-Send-Offs verbindet WILL BUTLER alles mit einem dringlichen und ängstlichen Gefühl der Unruhe.

Mit seinem ersten Soloalbum „Policy“ aus dem Jahr 2015 weckte Arcade Fire Mitglied Will Butler einen Teil der Elektrizität und des Chaos wieder, die seine beliebte Band in ihren frühesten Tagen einst geprägt hatten. Die Rohheit und Spontanität, die Arcade Fire bei ordentlich gestalteten späteren Platten verlor, tauchte bei einigen von Butler’s Sololiedern wieder auf, während andere leise gerendert wurden. Fünf Jahre nach „Policy“ bietet Butler auf dem zweiten Soloalbum „Generations“ eine weitere Reihe leidenschaftlicher Songs an, die reich an komplexen, aber zurückhaltenden Arrangements sind. Tracks wie „Close My Eyes“ spielen sich wie einfache melodische Rockmusik ab, mit großen Refrains, die von gehaltvollen Hintergrundgesängen unterstützt werden.

„Outta Here“ eröffnet das Album und ist ein Track mit hypnotischer Energie, der zum Ende auch an die ebenso frühzeitlichen Tage der Gorillaz erinnert. „Bethlehem“ strahlt dieselbe Energie aus, aber auf Punk inspirierte Weise. Das gesamte Album fühlt sich nostalgisch an, besonders auf Tracks wie das angesprochene „Close My Eyes“ und „Surrender“, die an Arcade Fire’s 2010er Meisterwerk „The Suburbs“ erinnern. Es ist Folk in seiner Natur, aber mit einem zeitlosen Dreh. „Not Gonna Die“ ist eine weitere bemerkenswerte Ballade mit herausragendem Saxophon und Gitarrenüberlagerung. Über die zehn Tracks von „Generations“ erstreckt sich Butler jedoch meist im glitzernden Disco Rock und in gedämpften Singer / Songwriter-Piano-Balladen. 

Es gelingt ihm meist, verschiedene Bereiche seiner musikalischen Muse zu erkunden, ohne die Fäden zu verlieren, die alles zusammenhalten. „Generations“ zeigt letztlich eine Vielzahl von Emotionen, sowohl roh als auch aufrichtig und ist ein atmendes (oft auch keuchendes) Kunstwerk, bei dem Butler das Drama, die Aufregung und den Fluss jedes Songs mit kontrollierter Präzision steuert.