Dúné – Enter Metropolis

Von der Produktion bis zum Konsum ist die dänische Band Duné wahrlich gut kontrolliert und überwacht worden. Das der Zufall hier keine Gelegenheit sieht zwischen mehreren Endsituationen zu entscheiden, durfte bereits vor zwei Jahren mit Ihrem Debüt ‚ We Are In There You Are Out There ‚ bestaunt werden. Unglaublich penibel wurden selbst die noch so kleinsten Details fein säuberlich ausgearbeitet, doch beschränkte man sich nicht nur auf die Platte, die Vermarktung, die Mode und die penetrante Werbung, sondern überflutete mit den Bandmitgliedern selbst die großen Seiten im World Wide Web. Dazu gehört natürlich in erster Linie YouTube und MySpace. Während auf der Videoplattform die Lieblingsvideos im eigens angelegten Channel rauf und runter liefen, fand der geneigte Fan auf MySpace neben dem offiziellen Profil auch alle persönlichen Seiten der sieben Mitglieder. Zum Glück wurde bei der übertriebenen Vermarktung nicht vollends auf das klangliche Produkt verzichtet und so entstand mit dem Debüt zwar keine Glanzleistung, aber zumindest ein passables Album mit zackigen Riffs, eingängigen Harmoniegesängen, melodiöse Synthie-Parts und tanzbaren Indie-Rock Rhythmen. Was nur damals schon einen fiesen Beigeschmack im Mund verursachte und auch bei der zweiten Platte ‚ Enter Metropolis ‚ nicht besser wurde, ist die deutlich fühlbare Abgebrühtheit der jungen Dänen. Im Schnitt sind sie gerade mal Anfang 20, doch klingen sie unterkühlt wie eine Band nach 30 Jahren Musikgeschichte und dies nur noch wegen der Kohle machen. Vielleicht mag das auch nur an einer unfreiwilligen Täuschung auf der Seite des Betrachters liegen. Zumindest versuchen Duné auf der zweiten Platte den Tapetenwechsel und fliehen aus Ihrer Heimatstadt Skive mit einem Umweg über Kopenhagen nach Berlin um dort mit dem Produzententeam Mark Wills und Dan Hougesen an dem Grundton der neuen Platte zu basteln. Aber prinzipiell blieb schlussendlich doch alles beim Alten. Zu viel Veränderung schadet auch nur der eigenen Vermarktung. So robben sich Duné wieder durch die Stratosphäre, vorbei an protzigen Soundgeschwadern und drängenden Electronics. Klar das hier kein Platz mehr für die geliebten Post Punk und Indie Rock Spitzen übrig ist. Vielleicht ein Punkt, der auf der ersten Platte als zu Subtil angesehen wurde. Auf ‚ Enter Metropolis ‚ hat man aus der Vergangenheit gelernt, konzentriert sich deshalb weiterhin auf eine blitzsaubere Produktion und bedient hemmungslos die vermeintliche Vorliebe der breiten Masse. Sie hätten mit Ihrer Auswahl an den elf Songs als reine Pseudo-Indie-Rock Band durchgehen können, wären da nicht der Opener ‚ Time To Leave ‚ und ‚ Final Party Of The 21st Century ‚ mit seinen zittrigen Synthesizern und den geheimnisvollen Melodien im kontrastreichen Neonlook. Insgesamt ist die Platte aber definitiv überproduziert. Die Songs werden dem unglaublich aufwendigen Prozess nicht gerecht und wirken dadurch eingeengt und fehl am Platz. Duné werden trotzdem Exportschlager in Dänemark bleiben und haben zumindest in Bezug des Album Namen vollkommen richtig gewählt. Mit ‚ Enter Metropolis ‚ werden die sieben Mitglieder tatsächlich auf den großen Livebühnen der Metropolen dieser Welt stehen.