Young Knives – Sick Octave

Nach drei Alben haben die Young Knives für Ihr viertes Werk ‚ Sick Octave ‚ alles selbst in die Hand genommen. Selbst produziert und selbst veröffentlicht. Drei Jahre hat die Umstellung angedauert, doch zugleich ist ‚ Sick Octave ‚ auch ein Neustart geworden. Ähnlich wie es The Futureheads einst vollzogen haben, sind auch die Herrschaften aus Ashby den alten Aufgüssen aus vergangenen Jahren entschwunden und probieren sich in ‚ Sick Octave ‚  einfach mal aus. Wir hören rudimentäre Elektronik- und Blechtrommeln in ‚ Owls Of Athens ‚, ‚ All Tied Up“ beginnt in einem Zyklon aus schreienden Sounds und Battles-ähnlichen Wechseln und plötzlich befinden wir uns in ruhigeren Momenten, wie beispielsweise im herrlich klagenden Liebeslied ‚ We Could Be Blood ‚.

Doch die Young Knives lassen uns eigentlich während diesen Minuten nie die Sicherheit spüren, als dass kämpfende Elektronik und verstümmelt frenetische Gitarren nicht jederzeit mit starker Hand zupacken könnten. Im weiteren Verlauf verliert sich dieses Gefühl zwar niemals so ganz in der Bedeutungslosigkeit, aber so manch neu eingeflochtene Schicht im Sound der Young Knives war zu viel des Guten. Das Trio hat eigentlich schon genug an exzentrischen Charakteren, als das man hier noch eine Zugabe an künstlichen einträufeln müsste. „We wanted to make something dark and industrial, and a bit crass, but with a sprinkling of pretty shit,” so Frontman Henry Dartnall. Letztlich bleiben es jedoch nur verhallende Worte, denn die neuen melodischen und emotionalen Instinkte der Young Knives sind stark, zäh und allemal sehr überzeugend.