Doves – The Universal Want

Das fünfte Album der DOVES vermittelt ein kathartisches Gefühl. Dicht geschichtet – vier der elf Tracks sind länger als fünf Minuten – ist es so komplex wie ein Zauberwürfel.

Wow. Es dauert keine Handvoll Sekunden, da wird man direkt in das vorletzte Jahrzehnt zurückversetzt, als „Black And White Town“ der Doves die Massen verzückte. Das Auffälligste am ersten Album seit 11 Jahren ist die Art und Weise, wie die Doves mühelos dort weitermachen, wo die Gruppe vor ihrer Pause aufgehört hat. Das heißt nicht, dass es in der Vergangenheit veraltet oder festgefahren klingt, im Gegenteil, „The Universal Want“ fühlt sich frisch und relevant an, aber es schafft eine gute Balance zwischen Fortschritt und beruhigender Vertrautheit und überbrückt die Jahre seit „Kingdom of Rust“ von 2009 dabei so effektiv, dass man gar nicht auf den Gedanken kommt, wie lange es eigentlich schon her ist, seit die Doves das letzte Mal ein Album veröffentlicht haben.

Der vage Reggae / Funk-Beat, der zum Beispiel „I Will Not Hide“ antreibt (der dank der restlichen Instrumentierung weder nach Reggae noch nach Funk klingt), zeigt, dass die Band gelernt hat, leichtfüßige Tracks zu arrangieren. Doves-Alben umfassten immer verschiedene musikalische Akzente, und „The Universal Want“ ist keine Ausnahme. Auch hier bleibt die Anziehungskraft auf das Düstere so stark wie immer. Auf dem Titeltrack singt Goodwin in einer absteigenden Melodie, die eine Trauerhymne hätte sein können, „The universal want is everywhere / The universal want is everyone“. Die Texte spiegeln die Zeit wider, in der wir uns befinden, da Goodwin Erinnerungen an gute Zeiten mit Freunden reflektiert, ohne in der Lage zu sein, eins zu eins mit ihnen zu interagieren. 

Während der Rocker „Prisoners“ ein Schrei der Verzweiflung über das Verweilen in der Vergangenheit und der Einsamkeit ist, bietet „Cycle of Hurt“ einen Kontrapunkt, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, anstatt darin zu verweilen. Der Titeltrack beginnt sanft, bevor er etwa zur Hälfte zum Höhepunkt führt und dabei ein bisschen Elektronik beimengt, während er sich dann gar weiter zum Höhepunkt des Albums entwickelt. Das Album endet mit dem Akustik-Gitarren-getriebenen „Forest House“, das zugleich „A House“ aus ihrem Debütalbum Lost Souls widerspiegelt. Der dominierende Modus von „The Universal Want“ ist jedoch eher stadiongroß. 

Manchmal ist dieser Arena-füllende Sound etwas zu übertrieben. Aber zum größten Teil wird „The Universal Want“ dieser triumphalen Rückkehr gerecht. Wenn man auf verschiedene Berührungspunkte aus der bisherigen Karriere der Doves zurückgreift, ist dies eine passende Zusammenfassung, auch wenn es sich nicht um einen Höhepunkt oder einen Karrierehöhepunkt handelt. Aber wenn es das ist, was die Doves nach einer längeren Pause aus der Tasche ziehen können, muss man davon ausgehen, dass die Band auf der Dynamik dieses Albums aufbauen und weiterhin neue und großartige Musik machen wird.