Deep Time – Deep Time

Jennifer Moore und Adam Jones spielen exzentrische Art-Pop Musik und mussten sich Anfang des Jahres von Yellow Fever in Deep Time umtaufen lassen. Der Grund: Es gab bereits eine Band mit diesem Namen und wie es nun mal so ist, man drohte den Beiden mit einer Klage. Also nannten sich Moore und Jones kurzerhand Deep Time und veröffentlichen nun also das zweite selbstbetitelte Debütalbum über Hardly Art. Ihre Musik bleibt dennoch ein Genuss von exzellenter Qualität. Stets mit minimalistischen Anleihen versehen, bleibt die hauptsächliche Neigung im Folk-Bereich bestehen. Dabei tauchen Deep Time tief in komplexe Rhythmen ein und kehren mit infektiösen und entzückenden Sounds zurück. Was gibt es nicht auf der neuen Platte? Vorhersehbarkeit und Langeweile. ‚ Deep Time ‚ besticht durch eine automatisierte Dynamik, in der alles exakt so funktioniert, wie es sollte. ‚ Bermuda Triangle ‚ beginnt mit griffigen Melodien, einem rollenden Bass und schwimmenden Harmonien, dazwischen die Zeilen, „They brought us up, we’ll bring them down, around the earth, we’re coming down“, und alles dreht und schiebt sich dabei in die Vergangenheit der Pop-Geschichte. ‚ Coleman ‚ wird durch eine wunderbare Verrücktheit eingenebelt, während ‚ Clouds ‚ auf den ersten Blick durch glänzende Gitarren und singende Gesangsharmonien jeden Zentimeter in ansteckende Euphorie versetzt. Aber Deep Time sind mehr als nur ein Duo für die großen Pop-Momente und so ersetzen Moore und Jones das übliche Strophe-Refrain-Format mit fünf kurzen und erkennbaren Abschnitten, die miteinander kombiniert und rekombiniert einen kunstvollen Querschnitt der Qualitäten von Deep Time vermittelt. Man sollte sich dieses Werk zweifelsohne nicht entgehen lassen, denn das Duo wird einen durch den Sommer begleiten. ‚ Deep Time ‚ verbindet perfekte Balance zwischen musikalischer Neufindungen, semiotischer und rätselhafter Texte (man wird sich den Kopf ein paar Mal kratzen müssen) und eingängigen Pop-Rhythmen, zu denen man beständig mit den Füßen wippen muss.