Nadéah – Venus Gets Even

Man könnte meinen die beiden Sängerinnen Phoebe Killdeer und Nadéah Miranda aus Frankreich hätten sich abgesprochen. Erscheinen doch beide Soloalben am selben Tag. Für Nadéah Miranda ist es der erste Versuch, für Phoebe Killdeer mit Ihren The Short Straws steht am 21. September 2012 bereits die zweite Veröffentlichung an. Beide Sängerinnen verbindet der Aufenthalt in der erfolgreichen Cover-Truppe Nouvelle Vague, die von den Musikern Marc Collin und Olivier Libaux gegründet wurde und sich mit verschiedensten Sängerinnen über die letzten elf Jahre als fester Bestandteil in der französischen Musikszene etabliert haben. Für Nadéah Miranda kann diese Zeit bei Nouvelle Vague nur von Vorteil für die jetzige Veröffentlichung sein – aber es wäre ohne Zweifel falsch, sie ausschließlich darauf zu reduzieren. Nadéah trumpft mit feinster Spielmacherqualität auf, inspiriert durch Paris und der französischen Kultur, begann sie mit der Arbeit an Ihrem Solo Debüt und begeistert mit fröhlicher Verspieltheit, aber auch durch sanfte und zerbrechliche Momente, während intime Einblicke, unterhaltsame Geschichten und lebendige Arrangements für eine äußerst abwechslungsreiche Reise durch explosive und klassische Strukturen sorgen. ‚ Venus Gets Even ‚ ist zwar alleine schon die Stimme von Nadéah wert gehört zu werden, aber es hat schon seinen Grund, weshalb die Orchestrierung Ihrer Songs zu gleichen Teilen beachtenswert erscheint. Das Eröffnungsstück ‚ Whatever Lovers Say ‚ enthüllt wunderschöne Melodien und man hat das plötzliche Gefühl, inmitten eines Musical gestolpert zu sein. Das zweite Stück ‚ Odile ‚ beginnt wie eine Nummer vom Gotan Project. Ein bisschen Tango, ein bisschen Jazz, Swing der 50er Jahre und dazu eine köchelnde Stimmung, die sich auch im weiteren Verlauf nicht abkühlen möchte. Zusammen mit Ihrer fünfköpfigen Band entstehen reiche und überzeugende Instrumentierungen, die übersichtlich, haltbar und unberechenbar angelegt wurden. Ein tolles Debüt, welches auf der Bühne auch gerne mal zwischen den Songs das Lebensmotto von Nadéah enthüllt: „Whatever happens, make something good of it…“

7.4