Circa Waves – Happy

Es ist keine leichte Aufgabe, einen einzigartigen Weg in der Popmusik zu finden, da der Großteil des Genres formelhaft ist und sich so schnell entwickelt, dass nicht viel darüber nachgedacht wird. Dies ist jedoch bei den Circa Waves kaum der Fall. Das eröffnende Stück „Jacqueline“ zieht uns musikalisch an und bringt uns zum Tanzen. Es sind jedoch die tiefen, bedeutungsvollen Texte, die die Circa Waves von den meisten anderen Pop-basierten Acts unterscheiden. Obwohl diese meist vage gehalten sind und das eigentliche Thema meist nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wird, gibt es eine wirklich gut geschriebene Aussage: “it’s hard to make sense out of the movie when you’re in the starring role“. Und diese führt uns zu dem, was aus der Sicht eines guten Freundes zu einem dringend benötigten Maß an ehrlicher Ermutigung führt. Indem die Circa Waves klugerweise nicht konkret werden, womit uns „Jacqueline“ eigentlich konfrontiert, lassen sie uns den gesamten Song für Hörerinterpretationen offen – wir können uns selbst und unser eigenes Problem in den Song einfügen, wie wir es für richtig halten.

Im weiteren Verlauf klingt jeder Track deutlich anders als der nächste.  Der verführerische, flockige Song „Be Your Drug“ verbindet Post-Punk mit amerikanischen Alt-Rock und bringt einen herzklopfenden Stampfer zum Vorschein. Der letzte Track „Love You More“ beendet die Platte mit einem dauerhaften, ansteckenden Glücksgefühl. Es ist ein Lied über das Verlangen nach jemandem, der nicht genauso empfindet. Es gibt uns eine Vorstellung davon, wie der zweite Teil der Platte „Sad“ klingen wird. „Happy“ ist fröhliche Musik. Es ist der Sonnenschein aus den vorherigen Tracks „T-Shirt Weather“ und „Movies“, aber eine klare Weiterentwicklung der letzten Veröffentlichungen. Die Circa Waves wissen, wie wichtig es ist, neue Wege zu gehen, um ihre künstlerische Arbeit zu verbessern. Sie sind hier, um Musik von Dauer zu machen und indem sie ihr Album in zwei Teilen veröffentlichen, bekämpfen sie den unersättlichen Hunger der modernen Welt, wenn es darum geht, Musik schnell zu konsumieren.