Charli XCX – Sucker

Ein dynamisches Pop-Album mit Punk-Einschlag wird präsentiert uns hier Carli XCX, die mit frischen und aufregenden Ideen direkt im eröffnenden Titelstück ‚ Sucker ‚ eine kleine Explosion zündet. Drückende Gitarren und verzerrte Schreie klingen wie die Verschmelzung zwischen Debbie Harry und einem kurzgeschlossenen R2-D2. „I don’t wanna go to school, I just wanna break the rules,” heißt es im Anschluss zu fetten Basslinien und aus dem Hintergrund ertönenden Chören. Ja Charlie XCX ist buchstäblich zu cool für die Schule. In ‚ London Queen ‚ schmettert sie die Zeilen, „When I’m driving down the wrong side of the road, I feel like JFK you know“ mit spitzbübischer Freude durch geschmackvolle Melodien und im weiteren Verlauf merkt man, es verzichtet auf subtile Balladen. Eine kluge Entscheidung. Denn ähnlich wie Katy Perry würden sich die Einschränkungen in Aitchisons aufgerauter Stimmlage offenbaren. Wenn ‚ Sucker ‚ in die Balladen eintaucht, dann im großen Stil. Beispielsweise ‚ Boom Clap ‚ oder ‚ Caught In The Middle ‚ glänzen zwischen den bewährten Säulen des Pop vor erhabener Schönheit. Leider kann ‚ Sucker ‚ auch anstrengend werden. Es gibt das unausgesprochene Mandat in der Popmusik, die Alben müssten übermäßig viel Tracks enthalten. Als Füllkörper könnte man hier spontan das Weezer Outtake ‚ Hanging Around ‚ benennen. Doch es hält sich in Grenzen. ‚ Sucker ‚ überrascht sogar im letzten Stück ‚ Need Ur Luv ‚ mit fröhlichen Backing Vocals und klirrenden Tastaturen. Der Track enstand in Zusammenarbeit mit Rostam Batmanglij von Vampire Weekend. Insgesamt funktioniert das Album hervorragend und auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würden uns hier ein paar falsche Wimpern an die Augen geklebt, so ist es mir zumindest nach dieser Platte ziemlich egal. Ich mag ‚ Sucker ‚ und die darin gut gelaunte britische Girl Power.