Das neue Album von Pujol macht verdammt viel Spaß. Man kann dazu die ganze Nacht aufbleiben, den zuckerhaltigen Glam-Pop inhalieren und trotzdem am Morgen danach mit einem guten Gefühl den neuen Tag beginnen. ‚ Judas Booth ‚ ist eine herrliche Mini-Symphonie, die mit einem Seufzen zu den Sternen blickt und kurz darauf in freudiger Erregung nch vorne schießt. ‚ Pitch Black ‚ bietet dagegen eine kühle Mischung aus knackigen Gitarren und klingenden Glöckchen, während humorvoll festgestellt wird: „I used to be a charming vagabond/ But now I’m a fading hobo.” Sänger und Songwriter Daniel Pujol befindet sich stets irgendwie zwischen Traum und Wirklichkeit, stößt dann plötzlich wieder eine Hyper-Speed-Punk-Ballade in ‚ Manufactured Crisis Control ‚ aus dem Äther und gelangt in ‚ Youniverse ‚ zu einer buddhistischen Offenbarung über die Unausweichlichkeit des Todes.
Ausgestattet mit Vintage-Rock-Gesängen, hält Pujol im weiteren Verlauf konsequent die Lo-Fi-Atmosphäre oben, verfeinert diese jedoch mit Backup-Gesängen und Sound-Effekten – je nach Lust und Laune. Hinzu gesellt sich die schrullige Produktion, einige instrumentell optimistische Tracks, kuriose Momente („playing with my butterfly knife“) und äußerst belebende Melodien, die schnell unsere Herzen erobern. Letztlich ist ‚ Kludge ‚ die Kombination aus hohen Punk-Orchester-Sounds mit intelligent geschriebenen Texten, die von einer Stimme eines Dylan oder Corgan vorgetragen und dazu von optimal gestimmten Sound-Effekten äußerst intelligent unterstützt werden. Die Zugänglichkeit ist gegeben und man ist irgendwie auch froh darüber, dass scheinbar nichts vom Ort der Aufnahmen mit eingeflossen ist. Denn Schauplatz dafür war ein Zentrum für Suizidprävention für Teenager in Tennessee.
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