CAGE THE ELEPHANT sind eine dieser Bands, die mit einer Hymne verflucht sind. Man könnte argumentieren, dass es niemals ein Nachteil sein kann, einen großen, zeitlosen Hit zu haben, aber das Problem entsteht, wenn eine Band verzweifelt versucht, aus ihrem eigenen Schatten herauszukommen.
Der Leadsänger von Cage the Elephant, Matt Shultz, geriet einige Zeit nach der Veröffentlichung von „Social Cues“ in eine Phase der Psychose, dem Album aus dem Jahr 2019, das der Band aus Kentucky ihren zweiten Grammy für das beste Rockalbum einbrachte. Shultz‘ dunkle Nacht der Seele gipfelte im Januar 2023 in einer Verhaftung wegen schweren Waffenbesitzes, einem Tiefpunkt, der ihm die Genesung ermöglichte, woraufhin er sich wieder mit der Band zusammenschloss, um die Arbeit an „Neon Pill“ fortzusetzen, einem Album, mit dem er vor seinem Zusammenbruch zu schreiben begann. „Neon Pill“ spiegelt nicht unbedingt all diese persönlichen Umwälzungen wider, zumindest nicht auf seiner schimmernden Oberfläche.
In Zusammenarbeit mit John Hill, dem Produzenten, der „Social Cues“ leitete, synthetisieren Cage the Elephant erneut geschickt eine Vielzahl von Alt-Rock-Epochen, indem sie Neo-Garage-Rock mit psychedelischen Anklängen verbinden und das Geschehen mit New-Wave-Flair und gelegentlichen Akzenten ernster Balladen untermalen. „Hifi (True Light)“ ist ein schillernder Einstieg, passend für die Sommermonate. „Rainbow“ geht in diesem Sinne weiter, wobei Matt Shultz‘ sanfter Gesang eine Abkehr vom eher Blues-/Garage-Sound einiger ihrer früheren Werke darstellt. Es zeigt die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren und zu beweisen, dass sie mehr als nur ein One-Trick-Pony sind.
Der Titel hat eher eine Indie-Atmosphäre, ist eher ein Schaufenster für Nick Bockrath’s Gitarrenarbeit und fungiert in gewisser Weise eindrucksvoll als Brücke zwischen dem früheren Sound der Gruppe und dem raffinierteren Sound dieser LP. „Float in The Sky“ kontrastiert dies mit einem sanfteren Soft-Rock-Intro, das sich um Klavier und Akustikgitarre dreht. Das Album mag in einer dunklen Nacht der Seele geschrieben worden sein, aber es wurde mit Präzision und Konzentration aufgenommen, wodurch letztendlich der Schmerz am Entstehungsort verschleiert wurde. Es ist ein Ansatz, der weder Shultz noch Cage the Elephant einen schlechten Dienst erweist: Er verleiht „Neon Pill“ einen verführerischen, gedämpften Puls, der beruhigt, statt aufzurütteln.
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