Brooke Bentham – Everyday Nothing

Das Debütalbum „Everyday Nothing“ endet mit dem ersten Song, den Bentham für das Album geschrieben hat. Das Lied wurde auf einer Sprachmemo in einer Zeit geboren, in der sie nicht viel schrieb. Sie setzte sich das Ziel, nur zu schreiben, was sie fühlte. Sie beschreibt die kleinen Details jeden Ihrer Tage, teilt aber auch offen eine intime Momentaufnahme ihres Geistes mit der Zeile “I don’t smoke, ‘cause I dont wanna die anymore.” Die Melodie windet sich träge, die perfekt zu Bentham’s Stimme und der Geschichte passt, die sie uns auf Ihrem Debüt erzählt. Brooke Bentham’s Debüt ist eine unerschütterliche, nicht entschuldigende Proklamation von Existentialismus, Gesellschaftskritik und Wertschätzung für das Weltliche.

Viele Songs konzentrieren sich auf die Kleinigkeiten des Alltags – die kleinen Dinge, die wir normalerweise nicht bemerken. Auf dem exzellenten „Perform For You“ nimmt Bentham winzige Beziehungsdetails und verwandelt sie in eine hochfliegende Vermittlung der Liebe selbst, alles über einen Killer-Refrain und blickt dabei auf die hellere Seite des Grunge der 90er Jahre. Das spektrale „High“ ist in der Stimmung ähnlich, aber nicht im Klang. Stattdessen werden die verträumten Klanglandschaften der „Moon Safari“-Ära von Air kanalisiert.

An anderer Stelle gibt es deutliche Kommentare zur Musikindustrie und ihrer Behandlung von Frauen. “Belittle me please/Make me feel small/Ask me for something/But give nothing at all,” sind Bentham’s beißende Reime für Branchenchefs, die gerne Geld mit Künstlerinnen verdienen, aber im Gegenzug wenig Gleichheit oder Respekt bieten. “It’s a thing I have to face every day,” singt sie müde im Refrain. Bentham ist sehr gut in dem, was sie tut. Sie ist eine unverwechselbare Songwriterin mit einer Vorliebe dafür, das Offensichtliche zu vermeiden und das Ergebnis strahlt letztlich Selbstvertrauen und sehr viel Ehrgeiz aus.