Bicep – Isles

Dieses neue Album von BICEP bietet eine schillernde Reihe an Songs, die unsere innersten Impulse nutzen. Eine farbenfrohe Art, sich an diese guten Zeiten zu erinnern, und eine, die uns perfekt auf die Rückkehr auf die Tanzfläche vorbereitet.

Die melodiöse Single „Just“ des in London ansässigen Duos aus dem Jahr 2015 bestätigte den wachsenden Ruf dieser tiefgründigen Studioköpfe als Architekten introspektiver, aber kaleidoskopischer Hymnen. Nun im Jahr 2021 – die Clubs aus offensichtlichen Gründen immer noch geschlossen – haben sie ihr zweites Album so umgerüstet, dass es für das Lockdown-Hören zu Hause geeignet ist. Dies ist ein Album, das sich mit Bicep’s früher Vorliebe für obskure Vocal-Samples befasst – siehe auch die unheimliche, von Vocal-Samples geleitete Late-Night-Trance-Hymne „Apricots“, eine brillante Single.

Neu ist diesmal jedoch, dass die Jungs mit anderen Live-Sängern und Instrumentalisten zusammengearbeitet haben und ihrer bewährten Formel eine weitere Ebene hinzugefügt haben. Die eisige Labelkollegin Clara La San tritt dabei gleich zweimal auf: Der in London lebende R&B Star verleiht der bewegend nostalgischen Reise von „Saku“ und dem schweren und futuristischen „X“ ihre Stimme. „Rever“ hat mittlerweile eine vergleichsweise abschreckende Energie, seine skandierenden Rhythmen schweben unheimlich über einem leicht schlurfenden mechanischen Techno Beat und legen sich behutsam auf das Cellospiel der kanadischen Cellistin und Komponistin Julia Kent. 

Später laufen die Sci-Fi-infundierten Synthesizer vom ominös klingenden „Hawk“ neben der leisen Stimme der in Tokio lebenden koreanischen Künstlerin Machìna, bevor die Dinge ein letztes Mal in den Himmel rasen. Während viele in der elektronischen Szene versucht haben, Bicep’s charakteristischen Sound über die letzten Jahre nachzuahmen, baut nach wie vor niemand Melancholie zwischen Trance und Techno so geschickt auf, wie es Matt McBriar und Andy Ferguson im Stande sind zu leisten.

8.7