Ashley Monroe – Rosegold

Die Stimmung auf dem fünften Album von ASHLEY MONROE ist erhebend und dankbar, da sie meist auf ihre üblichen Country-Folk-Stile verzichtet, und damit näher an R&B und impressionistischem Pop gelangt.

Wenn jemand auf dem neuen Album von Ashley Monroe nach einem Country-Prüfstein suchen möchte, muss er den Blick zu Kacey Musgraves’ genreerweiternden „Golden Hour“ schweifen lassen, ein Album aus dem Jahr 2018, das fröhlich die Grenzen zwischen Pop und Country verwischt, ganz zu schweigen von Vergangenheit und Zukunft. Monroe lässt sich dieses Mal nicht auf Retro-Fantasien ein. Alles, von den Klängen bis zu den Liedern, ist unmittelbar und existiert in einer überbewussten Gegenwart. Es ist leicht, in diese 10 Songs einzutauchen, besonders wenn Monroe die Anklage mit ermutigenden Zeilen wie „“Yeah it might get bad before it gets better / Sometimes it doesn’t come together / ‘Til it breaks / Let it melt away” in “Til It Breaks“ anführt. 

Manchmal ist sie deine coole ältere Schwester, die Geschichten über wilde Liebesbeziehungen, geheime Treffen und komplizierte Anziehungskräfte erzählt (z. B. auf „Gold“, wo sie witzelt: „I like the way the crazy feels / I like the twisted games“), aber manchmal ruht Sie sich an einem ernsteren Ort aus, wie beim entspannten „Flying“, wenn sie die Leichtigkeit einer Beziehung mit dem Gefühl vergleicht, auf einer Wolke zu sitzen. Tatsächlich ist sie für den größten Teil von „Rosegold“ in der Luft und blickt durch eine rosarote Brille auf die Welt mit der Gewissheit, dass Licht die Dunkelheit überwältigen wird. Bis zu einem gewissen Grad ist dies ein Ergebnis der Form und Funktion der Songs, da sie als ätherische Verkörperungen von Emotionen dienen sollen, die sich eher in die luftige Ästhetik des Albums als in die traditionellen, linearen Erzählungen einfügen.

Das Fehlen instrumentaler Country-Elemente erhöht die stilisierte Geräumigkeit des Albums; es ist nicht erdgebunden, es schwebt auf der beschriebenen Wolke. Manchmal droht „Rosegold“ zwar wegzudriften oder verliert sich in zu vorhersehbaren Formeln – doch am Ende bleibt ein kurzweiliges Album mit einem einzigartigen Stimmungsbild zurück.

7.0