Ariana Grande – Positions

Angesichts des Mangels an Uptempo-Tracks auf dem letztem Album von ARIANA GRANDE gibt es nun eine willkommene Abwechslung. Zu viele Songs auf POSITIONS basieren jedoch auf demselben Midtempo-Trap-Pop der beiden vorherigen Alben und was einst in seinem Minimalismus erfrischend schien, fühlt sich jetzt unwesentlich an.

Sie singt “How you be using your time? / You be so worried ’bout mine” auf „Shut Up“, einem mit Streichern beladenen R&B Jam, bei dem Grande’s unverwechselbarer Gesang über üppige, zuckerhaltige Orchestrierungen flattert. Sie zielt auf Kritiker ab und behauptet süß: “You know you sound so dumb”, und fügt hinzu: “So maybe you should shut up”. Es fühlt sich passend an, dass dies das erste Lied war, das Grande für ihr sechstes Album schrieb. Ihre letzten beiden Platten „Sweetener“ und „Thank U, Next“ wurden inmitten persönlicher Schmerzen geschrieben. „Sweetener“ folgte dem Bombenanschlag auf die Manchester Arena, bei dem 22 Menschen bei einem Terroranschlag bei einer Live-Show von Grande durch eine selbstgemachte Bombe getötet wurden. „Thank U, Next“ kam nach dem Tod von Ex-Freund Mac Miller und ihrer sehr öffentlichen Beziehung und Trennung von Ex-Verlobten Pete Davidson. 

Bei „Positions“ geht sie jedoch optimistisch zum nächsten Kapitel ihres Lebens über und nimmt die Erzählung selbst in die Hand. Dies ist aber auch eine Platte, die fest im schwingenden R&B verankert ist und von spärlichen Midtempo und flatternden Melodien dominiert wird. Die Produktionsaufgaben bleiben in den Händen derer, mit denen sie immer zusammengearbeitet hat und so bleibt uns auch hier der Hauch des Spotify-Syndroms erhalten, bei dem die Songs kurz und prägnant gehalten werden, um die Wiedergabeliste zu verbessern. Das glitzernde „Just Like Magic“ ist voller Fingerschnipsen, Funkeln und süßer Bekräftigungen (“Just like magic, I’m attractive / I get everything I want ‘cos I attract it”), aber es ist vorbei, bevor es wirklich losgeht. „West Side“ ist wie ein verlorener Timbaland Track aus dem Jahr 2003, der aber mit etwas mehr als zwei Minuten sehr gestrafft wurde.

Auf „Safety Net“, einer umwerfenden Zusammenarbeit mit Rapper und R&B Star Ty Dolla $ign, die von eisiger Produktion und schlurfenden Beats angetrieben wird, gibt sie zu: “I’ve never been this scared before / Feelings I just can’t ignore,” bevor sie die Unsicherheit annimmt: “Don’t know if I should fight or flight / But I don’t mind”. Währenddessen gesteht sie auf „Positions“ ehrlich ihre Befürchtungen, vergangene Beziehungen zu wiederholen: “Heaven sent you to me / I’m just hopin’ I don’t repeat history”. In „Positions“ fehlen jedoch die kraftvollen Popsongs früherer Veröffentlichungen. Abgesehen von dem verführerischen Titeltrack, einem radiofreundlichen Ohrwurm, scheint sich „Positions“ entsprechend nicht um todsichere Smash-Singles zu kümmern. „Positions“ ist weniger fesselnd als „Thank U, Next“ und „Sweetener“, aber für ein Album, von dem bis vor zwei Wochen niemand wusste, dass es kommt, ist es mehr als ausreichend.