Anna Fox Rochinski – Cherry

ANNA FOX ROCHINSKI’s Debüt-Soloalbum CHERRY ist gefüllt mit seidig weichen Gesängen, voluminösen Bässen, hüpfenden Gitarrenriffs und himmlischen Synthesizern aus den 70er und 80er Jahren.

Es ist fast fünf Jahre her, dass die Bostoner Psycho-Folk-Band Quilt ihr letztes Studioalbum „Plaza“ veröffentlicht hat. Je nach der eigenen Perspektive fühlt es sich entweder wie gestern an oder viel länger als nur ein halbes Jahrzehnt. Während einige Elemente ähnlich klingen wie ihre früheren Kollaborationen, lebt das neue Soloprojekt von Anna Fox Rochinski in einer eigenen Welt. Die Platte ist gefüllt mit Synths der 80er Jahre, rhythmischen Bässen und pulsierenden Gitarrenriffs, begleitet von einer Vielzahl verschiedener Instrumente, die alle unter Rochinski’s seidenweichem Gesang zusammenschmelzen. „Cherry“ perfektioniert eine psychedelisch-funkige Stimmung und fängt dabei in jedem Wort Schichten von Herzschmerz ein – es ist wirklich ein modernes Trennungsalbum.

Rochinski erzählte in einem Facebook-Post, dass sie „spent a really long time making this record“, aber nach den ersten Songs von „Cherry“ scheint sich die Mühe gelohnt zu haben. Insbesondere der Titeltrack ist ein fesselnder Wirbel aus retro-modernen Gitarren-Pop, wie jemand aus der Zukunft annehmen könnte, dass die späten 70er Jahre so klingen müssten. Bei der Ankündigung des Albums ließ Rochinski auch eine Liste der Einflussfaktoren auf ihren Sound fallen und zitierte alles von CAN und Madonna bis zu Beck’s Midnite Vultures-Ära und dem ungarischen Gitarristen Gabor Szabo. Robyn’s Debüt aus dem Jahr 1995 wurde ebenfalls genannt. Dabei ist „Cherry“ ebenso voller treibender Gitarrenriffs, die an psychedelische Rockbands wie Temples, King Gizzard & the Lizard Wizard oder Quilt erinnern.

“I lost interest in chord-based guitar music and constructed this record mostly from melodies and beats and bass lines, with guitar as an accessory rather than necessary ingredient,” so die Sängerin, und fügt hinzu: “It’s the most personal stuff I’ve ever written. It’s basically a breakup album, but one that documents a time period ranging from the last few dying months of a six-year relationship and straight into the period following, when I was truly on my own for the first time in a very long time. A breakup not just with a guy, but with an entire place and an entire life.” Das Schöne an „Cherry“ ist letztlich auch, dass es kein genaues Zuhören erfordert, um seinen Takt und seine Verspieltheit zu genießen.

7.7