Adam Green & Binki Shapiro – Adam Green & Binki Shapiro

„I can’t be the first to say you’re the worst, surely there’s one or two? / I care more if you act as though you like me than if you really do.“ Es sind Zeilen wie diese, die dem Hörer sanft unter dem traditionell düsteren Humor von Adam Green und Binki Shapiro im schwülen Gesang injiziert werden und das gemeinsame Debüt so liebenswert und charmant erscheinen lässt. Das eröffnenden Stück ‚ Here I Am ‚ beginnt mit zarten Arrangements und zeigt wohin die Reise mit den beiden gehen wird. Es ist wunderschöne altmodische Folk-Rock Musik, versehen mit einer frischen Brise, gepolsterten Trommeln und behutsamen Percussions. „Wintertime is a razor blade that the devil made“ Wie hätte man es treffender formulieren können. Und auch der weitere Verlauf erfrischt durch ein lockeres Miteinander, das nächste Stück ‚ Just To Make Me Feel Good ‚ lässt die Melodien gleiten, beobachtet diese währenddessen bei Ihren romantischen Ausflügen und man selbst möchte einfach nur die Augen schließen, sich in das große Bett einkuscheln und an einen sonnigen Sommertag denken.

In ‚ Casanova ‚ bekommt das erste Mal Binki Shapiro am Mikrophon ungeteilte Aufmerksamkeit und irgendwie erinnert man sich hierbei auch an die Zeiten von Little Joy. Ihr Trio aus Los Angeles mit Fabrizio Moretti (von den Strokes) und dem Brasilianer Rodrigo Amarante (von Los Hermanos) begeisterte 2008 mit dem Debütalbum und nun eben mit dem süßen Echo einer späten 60’s-Folk-Pop Platte. Doch hat man sich erstmal in die mehrstimmigen Gesänge von Adam Green und Binki Shapiro verliebt, wirken die Soloauftritte ernüchternd – da speziell im musikalischen Teil sehr auf eine Reduzierung geachtet wurde. Aber es sind glücklicherweise Ausnahmen, denn mit ‚ Pleasantries ‚ und ‚ I Never Found Out ‚ folgen zwei weitere ausdrucksstarke Nummern mit dem Höhepunkt im nächsten Song ‚ What’s The Reward ‚. Adam Green und Binki Shapiro im permanenten Wechsel, formen jeweils die Rhythmen nach Ihrem persönlichen Geschmack um und es wirkt wie ein belustigendes Zwiegespräch, dessen kleiner Streit plötzlich in einem donnernden Knall endet.

Aber das ist fester Bestandteil Ihrer gemeinsamen Platte: Texte über Verrat, gebrochene Herzen und Zwietracht. Nicht selten entfacht es ein unausweichliches intimes Drama, dass mit dem letzten Track ‚ The Nighttime Stopped Bleeding ‚ in ein ungeheuerliches Finale gerissen wird. Aufbrausende Arrangements sorgen in den letzten Minuten für Gänsehaut-Atomsphäre.

7.0