Lindstrøm – On A Clear Day I Can See You Forever

Das sechste Studioalbum des norwegischen Hans-Peter Lindstrøm erweitert das musikalische Spektrum um eine spannende Facette. „On A Clear Day I Can See You Forever“ entstand durch einen Auftrag, Musik für das norwegische Kunstmuseum Henie Onstad Kunstsenter zu komponieren. Nach drei ausverkauften Konzerten im Jahr 2018 behielt er einige der Ideen bei und nahm eine Reihe von One-Take-Studio-Sessions mit einem Arsenal an Vintage-Synthesizern und Drum-Machines auf. Er arbeitete ausschließlich mit Hardware und nicht mit Software und legte Wert darauf, die Aufnahmen so zu bearbeiten, dass sie gleichmäßig auf zwei Seiten einer Vinyl-LP passen.  

Mit dem Titelsong geht es los, eine raumgreifende, minimalistische, zehnminütige Memorymoog-Odyssee, die den Ton für den Rest des Albums angibt und vollständig improvisiert eingespielt wurde. Es ist vielleicht ein bisschen zu ausschweifend ausgefallen, aber bleibt es dennoch schön zu hören, wie akribisch Lindstrøm dieses Instrument erkundet. Das folgende „Really Deep Snow“ ist wahrscheinlich das strukturierteste Stück dieser Zusammenstellung. Es enthält einen sich wiederholenden Refrain über ein Lindstrøm-Arpeggio, das hypnotisch im Hintergrund ein- und ausgeblendet wird. Verankert von einem begehrten Roland SH-101, wird es letztlich von verschiedenen ARPs, Korgs und Wurlitzers verwaltet.

„As If No One Is Here“ ist herrlich weich, zurückhaltend und leistet hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der passenden Late-Night Stimmung. Aber so reich und resonant einige dieser Synthesizertöne auch sind, letztendlich ist es ein Album, das konzeptionell interessanter als musikalisch ansprechend ist.