Pip Blom – Boat

Auf dem Debüt von Pep Blom hören wir Popmusik mit Überzeugung. Die Band aus Amsterdam zeigt hier eindrucksvoll, wie ehrlicher Gitarren-Pop noch immer mit druckvoller Durchsetzungskraft glänzen kann. Es ist subtil, intelligent, manchmal empörend, oft verletzlich und immer draufgängerisch. Blom’s Texte – auch wenn sie gelegentlich von den üblichen Indie-Pop-Klischees getrübt werden – sind scharfsinnige und direkte, ehrliche Darstellungen alltäglicher Ängste. Die Fähigkeit von Sängerin Pip, mit sehr wenig viel zu sagen, ist bezaubernd. Dies, zusammen mit ihren ansteckenden und verführerischen Indie-Songs, machen Pip Blom zu einer Band, die beobachtet, angehört und aufmerksam verfolgt werden sollte.

 

 

Wenn sie singt, dreht sie die Melodien herum, als würde sie jedes Wort untersuchen, bevor sie es widerwillig loslässt. Es ist eine entwaffnende Annäherung, die sofort einnehmend wirkt. In den verträumten Klanglandschaften, die das Album dominieren, ist immer noch ein Schimmer von Angst zu spüren. Tracks wie „Tinfoil“ gefallen mit einer hohl klingenden und rostigen Gitarre, die über Pip’s verzerrten Gesängen schwebt, während „Set of Stairs“ und „Aha“ die schwereren und chaotischeren Momente zeigen, die insbesondere auf der Bühne Ihren wahren Ausbruch erleben dürften.

Mitreißend, kraftvoll und aufrichtig ist das Debüt, ein wildes, sprudelndes Gitarren-Pop-Vergnügen, dass im Grunde eine 90er-Jahre-Indierock-Band darstellt, es nur wesentlich besser macht, als alle anderen zusammen.