BESS ATWELL Already, Always
Das neue Album von BESS ATWELL ist voller Geständnisse und kostbarer Geheimnisse, die sich manchmal zu persönlich anfühlen, um an die Ohren eines Fremden zu dringen. Manchmal ist es, als ob sie ihr aus Versehen aus dem Mund geflossen wären, was nicht zuletzt an ihrer atemlosen Darbietung liegt.
In den letzten Jahren hat die in Brighton lebende Sängerin und Songwriterin Bess Atwell mit ihren wehmütigen und beschwingten, akustisch geprägten Kompositionen eine starke und treue Fangemeinde aufgebaut. Ihre reiche und gefühlvolle Stimme blieb das Herausragende jener frühen Jahre, als sie versuchte, sich aus der Masse der anderen damals aufkommenden Namen herauszuheben. Aber jetzt, da sie bei Lucy Rose’s Real Kind Records unter Vertrag steht und im letzten Jahr eine Reihe fesselnder Aufnahmen gemacht hat, ist sie nun mit ihrem schillernden zweiten Studioalbum „Already, Always“ zurückgekehrt, einer Platte, die wie ein Leuchtfeuer auf dem Weg zu ihrem Kultstatus leuchtet.
Das Album beginnt mit dem gesprächigen und angenehm dröhnenden Klang von „Co-Op“, einem Song, der Atwell’s Fähigkeit zum Geschichtenerzählen perfekt demonstriert. Darauf folgt „All You Can Do“, das das Thema romantischer Beziehungen und Atwell’s Bekenntnisstil fortsetzt. Mit „Silver Fir“ folgt ein wunderschönes Klavierstück, zu dem sich in der langen instrumentalen Einleitung ein Schlagzeug gesellt. Auch dieses Stück ist beschreibend und visuell vorschreibend, gleichzeitig aber hypnotisch nostalgisch. Sie stellt Fragen, anstatt Antworten zu geben, und kartiert ein Minenfeld der Ungewissheit, sei es über eine toxische Beziehung oder darüber, mehr über sich selbst herauszufinden.
Der vielleicht komplexeste Track auf dem Album ist „How Do You Leave“ – ein weitläufiger, sich drehender Track, dessen treibende perkussive Musikalität in direktem Widerspruch zum lyrischen Inhalt steht: „How do you leave somebody you love? Do you do it in the night?“ singt sie zart, während sie sich über die Frage den Kopf zerbricht. „Already, Always“ klingt und fühlt sich an wie das Gefühl, sich auf langen Fahrten am frühen Morgen aus dem Autofenster zu lehnen. Es ist eine Anthologie neuer Arten von Liebesliedern, die über die Fallen des Aufbrechens hinausgehen und Familientraumata, Selbstbesinnung und gegenseitige Abhängigkeit berühren.
„Nobody“ beendet das Album mit einer sehr sanften und düsteren Note. Insgesamt ist „Already, Always“ wunderschön, sanft und lebendig; es präsentiert eine Songwriterin, deren visuell beschreibende und emotionale Texte absolut atemberaubend sind.
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