Noveller – Arrow

Das neue Album „Arrow“ von Noveller ist sehr ruhig und nachdenklich. Töne scheinen sich zu kräuseln und nach außen zu hallen, während anhaltende Töne die Tonhöhe im Hintergrund ändern. „Zeaxanthin“ ist ein perfektes Beispiel dafür, denn was sich wie ein entferntes Sonar anhört, entsteht aus der Dunkelheit über die mehr als acht Minuten des Tracks. „Pattern Recognition“ beginnt mit einer klaren, wiederholten Phrase, obwohl diese bald von Nebel umgeben ist, bevor sie vollständig verschwindet. „Thorns“ ist wahrscheinlich die verträumteste Katharsis des Albums. Sie beginnt besorgniserregend, bevor sie Scherben der Harmonien in den Mix schaufelt, die nach und nach die Musik überlagern und eine fast unbewusste Ruhe der ersten Minuten des Tracks beinahe auslöschen.

Die Arbeit der Gitarristin und Filmemacherin Sarah Lipstate als Noveller entwickelte sich im Laufe der Jahre von der langsam schmelzenden Ambient Musik ihrer ersten Alben zu immer komplexeren Instrumentals, die sich mit der Absicht und dem Subtext von Filmsoundtracks bewegten. Im Laufe dieser Entwicklung entwickelte sich Lipstate’s stark bearbeitete Solo-Gitarre zu einer eigenen Stimme, die die Zusammenarbeit mit Iggy Pop und Lee Ranaldo intensivierte und auf ihrem 2017er Album „A Pink Sunset for No One“ neue kompositorische Höhen erreichte. „Arrow“ setzt den erweiterten Kompositionsansatz der Platte fort und rückt Lipstate’s filmische Klänge in den Mittelpunkt. 

„Arrow“ ist eine kunstvolle, aggressive, abgehackte, dunstige nächtliche Mischung aus Ambient-Musik, Noise Rock und Art Rock. Das Album suggeriert Entdeckungen, offene Räume, das Gefühl einer ruhigen Gewissheit, die bei wiederholtem Hören erneut auftreten. Lipstate hat uns mit „Arrow“ eine Aufzeichnung unserer Träume gegeben, die oft so unerklärlich wie amorph oder verstörend sein können.