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Person mit Schleier und Kopfbedeckung vor einer Tür in Schwarz-Weiß.
ALBUM

Fetish Bones MOOR MOTHER

2016
MSTAX ALBUMPROFIL

FETISH BONES von MOOR MOTHER ist kein Album, das zum Vergessen beitragen soll. Es soll uns an die Ungerechtigkeiten erinnern, die wir bezeugen und an denen wir teilhaben.

Wenn es ein Wort gibt, an das wir denken sollten, wenn wir Moor Mother’s „Fetish Bones“ hören, dann dieses: Sankofa. Für diejenigen, die das Wort nicht kennen: Sankofa basiert auf einem Vogel, der vorwärts fliegt und dabei rückwärts schaut. Es ist ein Symbol dafür, dass wir unsere Vergangenheit nie vergessen, unsere Wurzeln nie vergessen und wir es immer als Mittel zur Gestaltung unserer Zukunft nutzen. Genau darauf basiert „Fetish Bones“. Mit seiner innovativen und intensiven Mischung aus digitalem Hardcore, Hip-Hop oder Spoken Word und Noise spottet Moor Mother über diejenigen, die es wagen, ihresgleichen niederzumachen und sie nicht nur als Ziel, sondern als Wegwerfobjekt zu betrachten.

Ayewa ist eine in Philadelphia ansässige Künstlerin und Community-Aktivistin, die seit über einem Jahrzehnt eine feste Größe in der Stadt ist. Moor Mother begann 2012 als Soloprojekt und veröffentlichte unter ihrem Namen Dutzende EPs auf Bandcamp, in denen sie den Protestsong in eine bewegende elektronische Collage umformte. Ihrer eigenen Beschreibung der Musik zufolge fällt sie in die Kategorien „Blk Girl Blues“ und „Project Housing Bop“ bis hin zu „Slaveship Punk“. Diese selbst erstellten Kategorien ermöglichen es Ayewa’s Musik, in ihrem Ausdruck fließend zu sein und dennoch konsequent auf einem Sinn für Geschichte zu basieren. 

Es ist stark von den Eigenheiten und formalen Experimenten von Sun Ra beeinflusst, steht aber auch im Einklang mit der chaotischen Freude von Shabazz Palaces. Ihre Musik ist ohne Zweifel konfrontativ, sie verlangt oft, dass man nicht nur seinen Unglauben aufgibt, sondern sich auch der Bestrafung aussetzt. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die kontinuierliche Untersuchung einer Art vielschichtiger Kakophonie die Waffe der Wahl auf „Fetish Bones“ ist. Und das große Durcheinander von Klängen und Texturen, das Moor Mother heraufbeschworen hat, nagt noch lange nach Abschluss der Platte an einem und regt dazu an, neue Wege zu finden, intellektuelle Trümmer aus dem Kopf zu entfernen.

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