BRIGID MAE POWER The Two Worlds
THE TWO WORLDS von BRIGID MAE POWER ist eine wunderschöne, verträumte Angelegenheit. Aufgenommen von Peter Broderick, gelingt es seine berauschende Mischung aus gespenstischen Balladen in die Enge eines Studios zu übersetzen und ihre Emotionen und Kraft gekonnt zu verstärken.
Brigid Mae Power’s zweites Album, „The Two Worlds“, ist weniger schief als sein Vorgänger: dunkler, trotziger und stellt ihre kontinuierliche Genesung von verschiedenen schweren Missbrauchserfahrungen und dem Druck des Aufwachsens im patriarchalischen Irland in den Vordergrund. Sein schärfster Moment ist „Don’t Shut Me Up (Politely)“, eine ominöse Widerlegung der Männer, die versuchten – und scheiterten – ihren Geist zu zerstören. Es brodelt wie raue See, Power’s Stimme schwankt zwischen stählerner Warnung und durchdringender Transzendenz. Ein Großteil des Rests der Platte betrifft ihre Versuche, nach so vielen Traumata wieder zu lernen, wie man vertrauen kann: „So You’ve Seen My Limit“ ist eine zaghafte Behauptung ihrer emotionalen Grenzen, mit hohem Klavier, das um Power’s suchende Stimme huscht.
Auf „The Two Worlds“ macht Brigid Mae Power das Beste aus ihrer minimalistischen Herangehensweise an Folk Musik; es scheint keine Zeit verschwendet zu werden. Gleich zu Beginn bekommen wir einen näheren Einblick in ihre Lebenseinstellung: „I’m thankful“, singt sie immer wieder auf dem ruhigen Intro des Albums. Wenn es vorbei ist und diese Worte in unserem Kopf widerhallen, kann man nicht anders, als sich ein bisschen schuldig zu fühlen, weil man nicht immer so einen optimistischen Ton angeschlagen hat. Brigid’s Musik hat diesen Effekt in „The Two Worlds“, ihre Darbietung hat uns immer stark im Griff. Es ist ein Album, das Authentizität ausstrahlt; jemand, der sich einfach nicht für beliebte Trends oder ein bestimmtes Publikum interessiert.
Stattdessen wirkt es wie eine exklusive Darstellung dessen, was der Texteschreiberin zutiefst wichtig ist. Seien es die üppigen, massiven Hügel Irlands oder ihre aufrichtige Dankbarkeit, einfach nur frische Luft zu atmen, „The Two Worlds“ scheint aus den isoliertesten, tiefgründigsten Momenten der Musikerin heraufbeschworen zu sein. Zum Glück für uns war sie so freundlich, sie zu teilen – und Wow – was für wunderschöne Momente das sind.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.
