Simple Plan – Get Your Heart On!

Alternative RockRock, September 2011

Es ist der Beweis für Ihr Erbe. Ihr neues Album ‚ Get Your Heart On! ‚ wird zugleich von Gastmusikern wie Rivers Cuomo (Weezer), Alex Gaskarth (All Time Low) und – man wollte im Vorfeld schlimmes ahnen – Natasha Beddingfield bereichert. Aber zum größten Teil sind Simple Plan noch immer die Pop-Punk Band: Sie hausieren, ziehen dabei Ihre alten Tricks ab und machen das nun schon sehr erfolgreich seit über einem Jahrzehnt. Ihr Sound auf ‚ Get Your Heart On! ‚ zieht starke Ähnlichkeiten zu Ihrem gleichnamigen Werk ‚ Simple Plan ‚ aus dem Jahr 2008. Einzig das Tempo ist deutlich angestiegen. Der gesangliche Part von Pierre Bouvier überzeugt auch dieses Mal und selbst wenn das Album andere Impressionen gegenüber den letzten Veröffentlichungen heranzog – die Mischung bleibt altbewährt. Schön ist dagegen die neugewonnene Reife. Denn diese kaschiert so manch fehlende Substanz und lässt damit Momente der angenehmen Erfrischung zu. Und interessant ist in erster Linie aus der oben genannten Liste der Gaststarts (die eigentlich gar nicht funktionieren sollte), der Auftritt von Natasha Beddingfield im Stück ‚ Jet Lag ‚. Für mich ein Highlight auf der Platte. Natürlich, das Lied ist recht süsslich, auch ein wenig klischeehaft und die Texte verlaufen auf einer relativ flachen Ebene – aber die Melodien sind schrecklich eingängig und werden so manches linderndes Gefühl im Simple-Plan-Fan hervorrufen. Übrigens gibt es für die französisch sprechenden Kanadier eine eigene Version featuring Marie-Mai. Produziert wurde ‚ Get Your Heart On! ‚ von Brian Howes (Boys Like Girls, Skillet, Hinder) und auch wenn er für den gewünschten Sound sorgte, am Ende beinhaltet das Werk für mich einfach zu viel Kitsch. Insbesondere die langsamen Lieder wie ‚ This Song Saved My Life ‚ und ‚ Gone Too Soon ‚ kommen eine Spur zu sentimental rüber. Auch ‚ Loser Of The Year ‚ erweist sich als klischeehaftes Werk. Es wird keine neuen Fans gewinnen, aber zumindest lädt die Melodie zum Kopfnicken ein und erspart sich damit die Beleidigung für unsere Ohren. Natürlich besitzen auch die emotionalen Songs eine Daseinsberechtigung in der Pop-Punk Musik. Doch ich finde, dass diese Songs auf ‚ Get Your Heart On! ‚ fehlplatziert wirken. Denn es nimmt ein wenig die klare Struktur und erzeugt willkürliche Ausreißer, die am Ende nur die Abfolge verschiedener Songs verkörpern und damit die Angelegenheit nicht als Ganzes abschließen können.

6.8