Ibeyi – Spell 31

Am schönsten klingt SPELL 31, wenn Naomi und Lisa-Kaindé von IBEYI die Emotionen aufkommen lassen oder eine neue Stimme einbringen, um ihren Sound in ein neues Licht zu rücken.

Das neue Album „Spell 31“ verfeinert ihre rhythmischen und minimalistische Mischung aus Pop, elektronischer Musik und Soul mit selbstbewussten Darbietungen und einem eleganten perkussiven Hintergrund, der zurückhaltend und doch animiert ist. Wie immer sind es ihre engen Harmonien, die die Führung übernehmen, aber diese unerschütterliche Konsistenz ist Teil des Punktes. „Spell 31“ ist eine kurze, scharfe Sammlung von Tracks über Verjüngung durch Stärkung der Bindungen, mit denen Sie geboren wurden. Ahnenbindungen und ewige Magie sind seit ihrer ersten Veröffentlichung als Ibeyi im Jahr 2014 eine kreative Grundlage für die Diaz-Schwestern, und das neue Album kehrt nach Jahren des Wachstums und der Reflexion zu diesen Konzepten zurück. Die Schwestern arbeiten immer noch eng mit XL-Label-Chef und Produzent Richard Russell zusammen und machen weiterhin eine ruhige und äußerst ansprechende Art von Popmusik, die von ihrem afrokubanischen Erbe geprägt ist. 

Naomi’s Percussion-Arrangement, einschließlich schlagender Batá-Trommeln, die alle in gleichmäßiger, gemächlicher und sparsamer Weise gespielt werden – und manchmal ergänzt durch Schlagzeuge von Russell – bleiben die Grundlage. Die Kombination aus Rhythmen und dem unsinkbaren Schwung der Gesänge der Schwestern lassen diese Songs wie nichts anderes klingen. Selbst wenn sie „Rise Above“ von Black Flag neu aufnehmen, ist das Ergebnis anders als das Original, abgesehen von den Texten und der Einstellung. Die Schwestern verlangsamen die Punk-Trotz-Hymne von 1981 zu einem Schleichen und liefern die Strophen und den Refrain wie selbstbewusste Sticheleien statt verzweifelter Drohungen. “Twins are the same / It’s a cliche“, heißt es in „Sister 2 Sister“, das auch die Zeile „Singing together with Shakira / Washing our souls in the river“ enthält, die gleichzeitig ihre Beziehung zueinander beschreibt, wie auch “conveying our reconnection to [our ancestors’] power“, das Pa Salieu-Feature in „Made Of Gold“.

Der ghanaisch-britische Rapper ist hier einer von wenigen Gästen, die jeweils Vergangenheit und Gegenwart von Ibeyi gleichzeitig reflektieren lassen. Jorja Smith mischt sich bei dem anschmiegsamen, auf die griechische Mythologie bezogenen „Lavender & Red Roses“ ein und beide passen letztlich so gut zu den Schwestern, dass sie wie eine Familie klingen. Ibeyi präsentieren weiterhin mit großem Erfolg die juwelenbesetzten Tiefen ihres spirituellen und angestammten Erbes; Es ist klar, dass ihre Quelle nicht nur zutiefst persönlich, sondern auch grenzenlos ist.

8.0