Willie J Healey – Twin Heavy

Auf seinem neuen Album hat Willie J Healey die Kunst der absichtlichen Unordnung perfektioniert und ein perfektes Gleichgewicht zwischen Augenzwinkern und Ehrlichkeit erschaffen.

Das eröffnende Stück „Fashun“ ist extrem eingängiger Power Pop, dessen fantastischer Ohrwurm-Refrain tagelang in unseren Gehörgängen verweilen wird. „True Stereo“ wird von diesen Akkorden im Brendan Benson-Stil vorangetrieben, wobei Willie J Healey’s dringliche Art seiner Arbeit neue Intensität verleiht. In „Big Nothing“ beschwört Healey Visionen von Elliot Smith, bevor der Songwriter dann wieder die Erwartungen erfüllt, indem er sie im Stile eines Lou Reed in „Songs For Joanna“ zerreißt.

 

Sicher, wir könnten uns den ganzen Tag um Referenzpunkte drehen – es gibt eine Reihe von bekannter Arrangements, aber im Kern arbeitet „Twin Heavy“ aufgrund der einfachen, offenen Poesie, die nur Willie J Healey zaubern kann. „Condo“ ist das schwarze Schaf auf einem Album mit einer echten Außenseiterhymne. Ein dunkler, grüblerischer Track, in dem wir den Mann aus Oxford verzweifelt und verliebt gleichermaßen sehen, während wir in „Why You Gotta Do It“ Healey in seiner exponiertesten, zerbrechlichsten Form wiederfinden.

 

Drei Jahre nach der Veröffentlichung des Debüts „People and Their Dogs“ ist Willie J Healey zurück und präsentiert uns ein schillerndes zweites Album, mit dem er den eleganten Pop seines Vorgängers aufbauen und erweitern kann. Willie ist nicht nur voller süßer Pop-Sounds, sondern findet seine Einflüsse hauptsächlich in den 70er Jahren, die wiederum mit seiner völlig hemmungslosen Herangehensweise raffiniert weiterentwickelt werden.