We Were Promised Jetpacks – The More I Sleep the Less I Dream

Ich muss ehrlichweise schreiben, dass ich seit „These Four Walls“ aus dem fernen Jahr 2009 nichts mehr von We Were Promised Jetpacks gehört oder wahrgenommen habe. Erst jetzt ist mir die Gruppe durch Zufall in die Gehörgänge gefallen und als hätte es die beinahe letzten zehn Jahre nicht gegeben, fühlt sich alles wieder wie einst an, als ich in noch jungen Jahren dieser großartigen Gruppe und deren sorglosen Charme lauschte.

Das ganze Album besticht durch eine bittersüße Qualität. Der Grundton ist hoffnungsvoll, wie der tiefe, düstere Atem den Sie nahmen, nachdem Sie sich Ihre eigenen Fehlern und Ängsten stellten. Sie sind auch wieder das ursprüngliche Quartett und haben die Vergangenheit reflektiert, um nun äußerst druckvoll weiter voranzukommen. Der erste Track „The Impossible“ öffnet die Türen zur allgemeinen Stimmung dieses Albums. Darren Lackie’s rollendes und schnelles Schlagzeug führt uns in eine Eskalation, in einen Moment der Verwirrung und schließlich in eine Erleuchtung. Auf dem zweiten Track „In Light“ besticht Sänger Adam Thompson über Michael Palmer’s harte Riffs und Sean Smith’s berauschendem Bass.

Erster Höhepunkt für mich ist allerdings das dritte Stück „Someone Else’s Problem“ mit dem fröhlich hüpfenden Bass und dem Fuß-klopfenden Groove. Dazu gibt es eine sanft rollende Gitarrenlinie, die von den feinen Schlägen und scheuernden Akkorden perfekt ergänzt wird, während Thompson beklagt: „“and we talk, but there’s nothing new about me, and we talk, but no one ever hears“. Grandios! Jonathan Low wurde zur Unterstützung der Produktion herangezogen. Seine Arbeit mit The National und The War on Drugs hat hier einen deutlichen Einfluss und wird in der vielschichtigen Produktion hörbar und schlägt sich auch im Songwriting nieder. Es gibt authentische Rocksongs, die ehrlich von einer Band stammen, die wirklich liebt, was sie tut.

Der weiche Unterbau, der diesen zehn Songs zugrunde liegt ist dabei auch keine Schwäche, sondern ein effektiver Vorteil im Spiel von We Were Promised Jetpacks. „Repeating Patterns“ ist für mich zum sofortigen Klassiker geworden. Drängend, intensiv und ständig auf dem Höhepunkt des Ausbruchs. Wenn es überkocht, sind es aufregende Gitarren und ein hämmernder Beat, der so verdammt viel Aufregung hervorruft. Er wird definitiv ein Highlight auf der kommenden Tour sein. We Were Promised Jetpacks haben ihren mitreißenden Sound mit einem fast psychisch-rockigen Stil verschmelzen lassen und mir ein berauschendes Hörerlebnis verpasst, dass ich nun mit den verpassten Alben der letzten Jahre über die nächsten Monate mit Freude vertiefen werde.