Waxahatchee – Saint Cloud

Waxahatchee’s Katie Crutchfield letztes Album „Out In The Storm“ führte die Sängerin zum größten Publikum ihrer bisherigen Karriere. Als Inspiration wandte sie sich ihrem Lieblingsalbum aller Zeiten zu: Lucinda Williams’ „Car Wheels on a Gravel Road“. Crutchfield ist eine ausgesprochene Lucinda-Akolytin, die zum 20-jährigen Jubiläum sogar eine Hommage an das Album schrieb. „When I discovered Car Wheels, I fully realized how powerful it can be to embrace the contradictions and the unknown because that is the only path to making something that is truly original,“ so Ihre Worte. „As a songwriter with some parallels with Lucinda, two women from the Deep South, it makes me emotional to think about what she did just in making this album. It’s everything I ever set out to. It’s proof it can be done.“

Es ist kein Zufall, dass Crutchfield diese Zeilen zur gleichen Zeit aussprach, als sie „Saint Cloud“ schrieb, ihr exzellentes und inspirierendes neues Album. Crutchfield nutzt ihre Bewunderung für Williams als Ausgangspunkt, aber „Saint Cloud“ ist eine originelle Aussage, die einen Höhepunkt in einer bereits beeindruckenden Karriere darstellt. „Saint Cloud“ setzt vor allem auf Klarheit, sowohl im Klang als auch im Geist. Jedes Instrument klingt makellos und lässt sowohl den verzerrten Dunst von „Out in the Storm“ als auch das Lo-Fi-Summen früherer Platten wie „Cerulean Salt“ aus dem Jahr 2013 hinter sich. In Abwesenheit von Studioeffekten wird Crutchfield’s Stimme in die Mitte gerückt. Die Songs wirken dadurch ausgeprägter und emotionaler als je zuvor.

Es gibt hier immer noch viele scharfe Beobachtungen und Selbstreflexionen, aber es ist jetzt in hellem, sauberem, zurückgezogenem Americana verpackt. Die in Alabama geborene Sängerin versteckt sich nicht mehr hinter einer Wand aus Verzerrungen oder verwirrtem Klimpern und stellt ihre charakteristische südländische Front in den Mittelpunkt. Sie denkt über die frische Perspektive nach, die sie für ihr zentrales Thema aufgegriffen hat und gesteht: “I love you till the day I die” in der ländlichen Brise von „Can’t Do Much“ und verspricht “I can learn to be easy as I move in close to you” in der wunderschönen, langsam brennenden Single „Fire“ und versichert “you got a friend in me” inmitten der zarten Dämmerung von „Ruby Falls“. Der Klang ist klarer und heller, ihre Stimme stärker. „Saint Cloud“ ist ein erfrischendes Hörerlebnis eines außergewöhnlichen Singer-Songwriters.