We Have Band – Movements

Man wird mit den ersten Klängen in ‚ Modulate ‚ zurück in die 80er Jahre versetzt und dabei reicht eigentlich schon der Blick ins Frühjahr 2007: Denn während Thomas Wegg-Prosser seinen Ausstand feiert, verrät er seinen Arbeitskollegen: „Ich habe eine Konzeptband gegründet. Wollt ihr wissen, wie sie heißt?“ Es tönte wohl leicht argwöhnisch „Ja“ aus der Runde und er daraufhin: „Sie heißt We Have Band“. Der Rest ist wohl Geschichte. Beeinflusst von Gruppen wie ESG, Animal Collective und The Rapture, entwickelte das Trio seinen eigenen Sound und garnierte es mit stilistischen Merkmalen der 80er. So erschien vor vier Jahren Ihr erfolgreiches Debüt ‚ WHB ‚ und zwei Jahre darauf der wegverlassende Nachfolger ‚ Ternion ‚.

We Have Band verließen hier bekannte Pfade und verzettelten sich dabei leider zu sehr zwischen unterkühlter 80s-Ästhetik und hier bereits wieder aus der Mode gekommenen New-New-Rave. Wenn es das überhaupt noch war. Einfach geschrieben hatte man die meiste Zeit das unbestimmte Gefühl, die Songs hätten schlicht ein paar Jahre früher veröffentlicht werden müssen. In ‚ Movements ‚ past das Raum-Zeit-Gefüge jedenfalls wieder und auch musikalisch befinden sich We Have Band auf einem aufbauenden Weg. Wir erleben dezente Verschwurbelungen, wundervoll mehrstimmige Gesänge und ausgefeilte Arrangements die – man kann es dem Trio nicht verübeln – hier und da jedoch ein wenig die Zurückhaltung ausleben.

Dies dauert bis zum fünften Stück ‚ Save Myself ‚, in dem We Have Band endlich auf die Tanzfläche zurückkehren und erneut Ihr einstiges Image als Dancing-Choose-Band mit Stolz in die Welt hinaustragen. Aber auch davor machte es Freude den neuen Songs zu lauschen, den minimalistischen Drums und der neu entfachten leicht pathetischen Art Gehör zu schenken. Nur danach gibt es Probleme. Plötzlich ist die Transformation gerissen, die Melodien wirken irgendwie missglückt, fahrig und haltlos. Da dauert es bis zu ‚ Heart Jump ‚ um dringlich-pulsierende Klänge mit schmissigen Gesängen in die Gehörgänge zu pflanzen. Genau kann man es nicht sagen, aber hier würde man wohl die magischen Hände des Produzenten, DJs und Künstlers Tim Goldsworthy (DFA Records, LCD Soundsystem, Unkle, Mo’ Wax) am ehesten vermuten.

‚ Movements ‚ ist nämlich duch eben diese Hände geglitten, nachdem es im Ostlondoner Kellerstudio der Gruppe selbst von Thomas Wegg-Prosser produziert wurde. Schlussendlich bleibt die dritte Platte ein unaufgeregtes Werk, dass auch so einige Fragezeichen aus ‚ Ternion ‚ nicht vollständig beseitigen konnte. Werden We Have Band den Durchbruch endlich schaffen, oder verkommen Sie zu den ewigen Talenten ohne ernsthafte Gefahr für die etablierten Electro-Pop Künstler? Es heißt erneut abwarten.