Troy Von Balthazar – How To Live On Nothing

Troy Von Balthazar wurde durch Nirvana bekannt. Denn er war mit seiner lauten und aggressiven Band Chokebore in den Neunzigern der Auserwählte, als Support für Kurt Cobain live auf der Bühne zu stehen. Doch gehört hier natürlich so einiges mehr dazu: Troy Von Balthazar inspiriert und begeistert mit seiner Musik, schreibt eigene Songs und veröffentlichte im Jahr 2005 sein gleichnamiges Debütalbum, die markanten Auswüchse von Chokebore wollten aber nicht von Ihm weichen und so beschloss er vor einigen Jahren, zur Folk-Gitarre zu wechseln. Vielleicht haben die Melodien dadurch ein wenig an Schwung verloren, doch der Stil von Troy bleibt unverwechselbar. „I feel like hell but I look okay“, gesteht er selbst in dem Song ‚ The Tigers ‚ und kreiert damit ein gutes Bild vor unserem geistigen Auge, wie man sich den Sänger Balthazar vorzustellen hat.

Der Opener ‚ Catt ‚ wirkt in seiner Gesamtheit sehr zerfahren, irritiert mit scharenden Hintergrundgeräuschen und dennoch schleicht sich besonders gegen Ende eine wohltuende Wärme ein, die der Sänger wohl noch aus seiner Heimat Hawaii mitbrachte. Eigentlich muss man sich Balthazar wie einen Troubadour vorstellen, er geht nach Los Angeles um Teile seines Albums einzuspielen, lebt aber im eigentlichen Sinne in Berlin und reist gerne durch Europa. Was davon auf seiner neuen Platte ‚ How To Live On Nothing ‚ festgehalten wurde, ist natürlich nicht wenig. Seine Songs bewegen sich auf einer minimalistischen Ebene, seine Texte müssen die Kleider fallen lassen und zeigen damit Ihre ehrlichen Konturen: ihre Makel, aber auch die glitzernden Schönheiten und den Blick für das Wesentliche.

Herrlich verträumt begegnet uns Troy Von Balthazar in ‚ Happiness And Joy ‚, gleitende Melodien führen uns durch ein surreales Abenteuer, während uns ‚ In Limited Light ‚ aus den schlummernden Gedanken in psychedelische Absonderheiten stößt. Die Vielfalt innerhalb der Songs ist trotz des Minimums an verwendeten Instrumenten beachtenswert, wandelt vom melancholischen Folk in grobe elektronische Loops mit beißenden Reimen. Insgesamt zeigt die Platte große Momente, stille Einsamkeit und den Beweis, das man selbst bei einem Gefühl „like hell“ immer noch gut dabei aussehen kann.