The Whigs – In The Dark

Ein Riff an dieser Stelle, ein melodiöser Absturz in dunkle Tiefen hier und eine Melodie auf der anderen Seite. Nicht zu vergessen einen Schuss Prahlerei in den standartisierten Coctail zu werfen. Danach wird einmal gemixt und geschüttelt und fertig war das letzte Album ‚ Misson Control ‚ von den Whigs. Doch sind war mal ehrlich, Originalität wird sehr oft überschätzt. Denn wozu sich den Kopf mit Gedanken zu zerbrechen, wenn einfache Mittel ebenso überzeugen können. ‚ Mission Control ‚ hatte einzig maximale Energie und pure Begeisterung, dazu Songs zwischen Mainstream, Underground und Power-Pop-Collagen. Okay, schlussendlich pflanzten uns die Whigs auch unerlaubterweise einen Gedanken ins Gehirn, der eine Unmenge an Glückshormone auschüttete. Doch kann diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2010 fortgeführt werden?

Gefeiert wurde die neue Platte im Vorfeld mit Worten wie, „Die neuesten Songs verbinden die Dringlichkeit der erhwürdigen Godfathers mit der sexiness von Kings of Leon und der furcht erregenden Hit-Trefferquote früherer Foo Fighters.“ Aber werfen wird doch selbst mal ein Bild auf die neue Platte und legen die Nadel auf den Plattenspieler. Es begrüsst uns im Opener ‚ Hundred / Million ‚ ein nervöses Schlagzeug und zitierende Arrangements. Nur leider verpufft der anfängliche Effekt relativ schnell in eine belanglose Mischung aus Trostlosigkeit und Entmutigung. Aber was ist passiert? The Whigs haben Ihre Spritzigkeit verloren und gewinnen auch in den kommenden Minuten nichts an der Brillanz vergangener Tage zurück. Für diese Differenzen könnte es jedoch einen guten Grund geben:

Gründungsmitglied und Co-Songwriter Hank Sullivant ist nicht mehr dabei (er selbst ging danach zu MGMT und wurde daraufhin von Tim Deaux ersetzt) und es bleibt die Vermutung offen, das dieser Verlust dem Sound der Whigs nicht unbedingt gut getan hat. Hervorheben wollen wir dennoch einige Songs, wie das pochende ‚ Someone’s Daughter ‚ und das hymnische ‚ Naked ‚ mit einer Distanz von über sechs Minuten. Es schwingt hier eine starke Energie durch die Lüfte und behält sich dabei völlig unbekümmert das Prädikat Radio Kompatiblität vor. Den faden Geschmack bekommen wir dadurch leider auch nicht mehr weg. Das dritte Werk bleibt enttäuschend und zeichnet damit auch einen Schluss von dragischer Traurigkeit: The Whigs mussten sehr hart Arbeiten, um diesen Punkt in Ihrer Karriere überhaupt erreichen zu können.