Johnossi – Mavericks

Wir sinken ein in die größtenteils unerforschten Gebiete der Mystik. Eine Welt voller Geheimriten und damit auf ein Absolutes ausgerichteten Erlebens. Johnossi versetzen uns mit dem ersten und gleichnamigen Stück ‚ Mavericks ‚ in diese kontextspezifischen Gebilde aus kleinen Bildern und mystischen Erfahrungen. Es ist somit ein starker und intensiver Auftakt in die dritte Platte der beiden Männer aus Stockholm. Doch so fabelhaft die Seite an dem Duo auch sein mag, so ernüchternd folgt prompt der fast schon unvermeindliche Gegenpart. Bestanden die damaligen Platten noch aus den explosiven Feuerwerken und den ruhigen, Blues-angehauchten Songs, so erwartet uns auf ‚ Mavericks ‚ das erste Stück, welches keines von beiden ist. ‚ Dead End ‚ vermittelt vielmehr eine gelangweilte Atmosphäre, uninspiriert und belanglos quälen sich quietschende Gitarren und überzogene Sangeseinlagen durch vier Minuten Spielzeit. Und da ist Sie wieder: Die Enttäuschung auf Johnossi Platten. Normalerweise ist die jedoch von kurzer Dauer, oder erstreckt sich nicht länger als über zwei aneinandergereihte Tracks. Mit ‚ House ‚ wäre der zweite erreicht und als würde man Johnossi wie die eigene Hosentasche kennen, wälzt sich mit ‚ Roscoe ‚ wieder eine unheimliche straighte Nummer durch die Boxen. ‚ Bed On Fire ‚ ist dann wieder die obligatorische Ruhephase vor dem absoluten Highlight in der Geschichte von Johnossi: Wie von alleine setzen automatische Tanzbewegungen ein, traumwandlerisch tänzeln die Füße über schwarze Marmorböden, sanft fällt die Melancholie auf unsere Körper und verwandelt sich blitzartig in hymnische Ungetüme, wie man es von den beiden Herren nicht zu Träumen gewagt hätte. Fantastisch und ausergewöhnlich, bei ‚ What’s The Point ‚ darf ruhig vier Minuten im Superlativ geredet werden, denn dieser Song ist von markeloser Schönheit. ‚ No Last Call ‚ ist eine angenehme Nummer, quengelnde Gitarren mit bescheidenem Abstecher in die 80er Jahre und ein netter Refrain leiten weiter zu ‚ Come Along (There’s A Gene) ‚, welches ebenfalls aus dieser Zeit die Inspirationen sucht und spätestens hier muss angemerkt werden, der sanfte Hall in John Engelbert’s Gesang fügt sich wunderbar in das Gesamtwerk ein und verleiht den zehn Songs spürbare Tiefe. Doch wirklich aufregend wird es auch bei diesem Stück nicht werden. Ganz anders gestaltet sich hier der Anfang von ‚ Worried Ground ‚, dem Track mit Überlänge und schwingenden Gitarren, die immer deutlicher in den Vordergrund drängen und wie die Ruhe vor dem aufbrausenden Sturm auf den passenden Augenblick warten. Aber er will schlussendlich nicht in Erscheinung treten und verlässt nach sechs Minuten den Schauplatz ohne nennenswerte Vorfälle. Schade denn hier hätte man eindeutig mehr gegen Ende erreichen können. Mit ‚ Sickness ‚ folgt das Ende der dritten Platte und die Gewissheit, drei wahrlich schöne Tracks gehört zu haben, doch der Rest reicht nur von „ganz nett“ zu „muss ich mir nicht nochmal anhören“. Und da macht auch der abschließende Song leider keine Ausnahme.