The Sounds – Something To Die For

Nachdem The Sounds sich für ihre vorherigen Alben Produzenten engagiert hatten, ging es im letzten Jahr ohne Begleitung zu den Aufnahmen. Entstanden sind die Songs in ihrem schwedischen Studio, das fertige Produkt hört auf Namen ‚ Something To Die For ‚ und ist laut eigener Aussage hundertprozentig The Sounds. Und eben wegen dieser Meinung über das eigene kreative Schaffen, wird es besonders die langjährigen Fans in den ersten Minuten verblüffen, wie hart die neuen Beats in den Tanzflächen einschlagen und dementsprechend tiefe Löcher in den Boden reißen. Dazu gesellen sich treibende Rhythmen und zaubern damit einen elektronischen Opener, der wie im Titel ‚ It’s So Easy ‚ passend beschrieben und wohl simpel in der Herstellung verlaufen ist, aber dennoch mit den Umständen im Rücken sehr wirkungsvoll in meine Gehörgänge eindringen konnte.

Weiter geht der wilde Ritt mit dem zweiten Stück ‚ Dance With The Devil ‚ in drückender Atmosphäre, die sich jedoch schlagartig mit dem Eintritt des Refrains in luftiges Wohlgefallen auflöst. Und da ist sie wieder: die trotzige Unbekümmertheit aus den vergangenen Jahren, die charmante Frechheit und die funkelnde Begierde zu strahlender Elektronik. Die Rock’n’Roll Phantasie erblüht zu neuem Leben und lässt sich glücklicherweise durch den ersten Abfall in ‚ The No No Song ‚ nicht einbremsen. Aber man spürt doch in den Tiefen des eigenen Unterbewussteins ein leichtes Zucken, eine störende Unbefriedigung und eine vermeidbare Fahrlässigkeit aufsteigen. Strapazieren The Sounds einmal mehr Ihr Talent für schleichende Harmonien und todsichere Hooks, die wie von selbst unsere Ohren infizieren? Nicht ganz.

Denn ‚ Better Off Dead ‚ führt das Album mit Elementen aus Disco und House zurück in die Spur und lässt gegen Mitte einmal mehr klar werden, die Band aus Malmö wird Ihren Stil niemals verlieren oder gar aufgeben. Wie man das nun finden kann bleibt glücklicherweise jedem selbst überlassen. Im Gesamten findet der Hörer einen dicken Anstrich New Wave zwischen den Strophen, wenngleich besonders das gleichnamige Titelstück sehr pompös mit seinen Synthies hantiert, aber wenig interessant klingt und den Trend auf ‚ Something To Die For ‚ damit nicht folgen will. Denn The Sounds spielen hin und wieder gewagt und zeugen von einer gewissen Experimentierfreudigkeit, die jedoch auch bei ‚ Diana ‚ kurz und knapp geschrieben eher enttäuschend ausgefallen ist. Hier schiebt sich billige Eintagsware unter die Songs, deren Qualität tatsächlich gegen Ende ein wenig in die Knie gezwungen wird.

Einzig ‚ The Best Of Me ‚ vereint nochmals die hymnischen Momente mit der unverkennbaren Eingängigkeit der Sounds. Es ist eindeutig Mainstream, doch warum soll es einen stören, wenn man schlussendlich einfach nur dazu tanzen möchte. ‚ Wish You Were Here ‚ ist der akustische Abschluss einer Platte, die ganz im Stile der Sounds produziert wurde und zwar nicht den versprochenen Wandel vollziehen konnte, dafür gewohnte Kost bietet, der viel Frische Farbe anhaftet und die vielen Jahre der Sounds damit geschickt überschminken kann.

7.1