The Rolling Stones – The Best Of All Eras

Warum brauchen wir ein weiteres Best Of Album von den Rolling Stones? Haben diese alten Säcke in diesem Jahr nicht schon genug veröffentlicht? Braucht es für echte Fans von den Rolling Stones ein Album, wo jeder einzelne Songs schon älter ist, als alle Menschen auf diesem Planeten zusammen? Nichts gegen Ihre Musik, Sie hatte mal Ihre guten Tage, doch mittlerweile werden die Hobbies von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood wohl einfach zu kostspielig. Oder wieso muss man ‚ Get Yer Ya-Ya’S Out ‚ aus dem Jahr 1970 in einer Standart-Version, in einer Limited Deluxe-Version und in einer Limited Super Deluxe Edition verkaufen? Mit Musik hat das herzlich wenig zu tun, aber das muss an diesem Punkt auch niemand mehr in Frage stellen.

The Rolling Stones wollten eben mit dem neuesten Wegwerfprodukt Ihr persönliches Weihnachtsbudget aufstocken. Als ob die vielen Millionen an Dollars nicht schon reichen würden. Aber Geld macht hungrig und manche unter uns können mit viel Geld nunmal einfach nicht umgehen. Werden verrückt, klettern auf Palmen, besorgen sich junge willige Mädchen und eben vieles mehr, was es mit Geld zu kaufen gibt. Auf ‚ Best Of All Eras ‚ finden sich wie der Name bereits verspricht, die alten Hits. Dabei geht es in erster Linie um die frühen Anfangsjahre der Rolling Stones und deren Liveversionen. Nicht fehlen dürfen selbstverständlich ‚ Satisfaction ‚, ‚ Jumping Jack Flash ‚, ‚ Honkey Tonk Woman ‚ und ‚ Undercover ‚.

Als kleiner Bonus für die Menschen, die sich diese Sammlung anschaffen wollen, finden sich exklusiv vier unveröffentlichte Tracks darunter. Es handelt sich hierbei auch um einen Deutschland-weiten Release auf dem Label Starlight. Die erhofften Wünsche mögen, weil es schließlich Weihnachten ist und wir an dieser Stelle nichts böses wünschen wollen, in Erfüllung gehen und den Stones, wie auch dem Label, angenehme Verkaufszahlen bescheren. Vielleicht finden sich ja tatsächlich noch Menschen, die diese Klassiker noch nicht in Ihrem Regal stehen haben und dafür ernsthaft Geld ausgeben wollen. Aber so ist das nunmal mit den Groupies in den ersten Reihen, die ohne Rücksicht auf Verluste dem Sänger da oben den Tinnitus durch die Schädeldecke kreischen. Denn ohne Sie bräuchte man als Band keine Fans mehr.